Yandex
Lexikologie

Vorlesung 5. Methoden der Wortbildungsanalyse und das Wortbildungsystem der deutschen Gegenwartssprache

deutsch

Morphemanalyse der deutschen Wortes

Allgemeines zum Begriff und zur Definition des Morphems

Das Wort als komplexe Ganzheit besteht aus kleineren strukturellen Bauelementen, die, zum Unterschied von den den den Gegenstand der Lautlehre bildenden Phonemen und Silben, zur Morphologie (im weiteren Sinne des Wortes- d.h. zur Flexion und Wortbildung) gehören und zwar aus Morhemen, die man als kleinste bedeutungstragende sprachliche einheiten definieren kann. In der klassischen ausländischen Germanistik wurde die Morphemanalyse als solche nicht durchgeführt und der Begriff des Morphems nicht erschlossen, obwohl die einzelnen form-und wortbildenden Elemente ausführlich behandelt wurden. Zum Unterschied von der traditionellen Sprachlehre beschäftigen sich die Germanisten unserer Zeit mit allen Fragen des Morphembestandes des Wortes, unabhängig davon, weche „Linie“ oder welchen „Aspekt“ sie vertreten. In der Sowjetgermanistik wird der Morhemanalyse besondere Aufmerksamkeit zugewendet, und sie wird sowohl auf dem Gebiet der Grammatik als auch auf dem Gebiet der Wortbildung konsequent durchgeführt, was nicht nur den Forderungen der modernen Sprachwissenschaft entspricht, sondern auch die Tradition der klassischen russischen Grammatuk fortsetz.Es muß betont werden, daß manche Aspekte der Morphemanalyse eine neue und recht ausführliche Beleuchtunf erhalten haben, was teilweise den Bemühungen der Vertreter der amerikanischen deskriptiven Linguistik verdanken ist, obwohl manche von ihren Grundthesen nicht anzunehmen sind. Zu diesen Thesen gehört in erster Linie die Annahme, nicht das Wort, sondern das Morphem sei die grundlegende sprachliche Einheit , das Wort aber bloß eine Morphemkostruktion, eine Folge oder sequenz von Morphemen wie auch jede syntaktische Fügung.

b) Funktion und Arten der Morpheme

Die nächste Frage der Morphemtheorie bezieht sich auf die Funktion der in der Sprache vorhandenen Morpheme. In der deskriptiven Linguistik werden sie in der Regeln in zwei Klassen eingeteilt: in freie und gebundene Morheme. Eine gleiche Einteilung gibt auch W. Fleischer, aber mit einer weiteren Systematisierung. Die freien Morphemen können, wie er schreibt, allein als Grundprobleme den lexikalischen Stamm des Wortes bilden; die gebunden Morpheme erscheinen nur in Verbindung mit freien Morphemen. Es kann aber eine andere Einteilung vorgeschlagen werden, die sich mit der obigen kreuzt, ohne mit ihr zusammenfallen und zwar die Einteilung in lexikalische und grammatische Morpheme. Die ersten konstituiren den lexikalischen Stamm (die lexikalische Basis) des Wortes, d.h., daß sie den Träger seiner gegenständlichen Bezogenheit gestalten; die zweiten drücken die grammatischen Bedeutungen im Kommunikationsprozeß aus. Die lexikalischen Morpheme können frei und gebunden sein; im ersten Fall sind es Wurzelmorpheme, im zweiten– lexikalische (wortbildende ) Präfixe und Suffixe; die grammatische Morpheme sind immer an den lexikalischen Stamm gebunden. Solche Einteilung, die als der sprachlichen Realität entsprechend anzunehmend ist, ist aber mit einigen Schwierigkeiten verbunden. In der Sowjetgermanistik wird es meist zu den grammatischen Morhemen gezählt, da als Merkmal des Infitivs erscheint und bei weiterer grammatischer Abwandlung des Verbs verschwindet. Die gebundenen grammatischen Morpheme bilden ein geschlossenes System, was sich auf die gebundenen lexikalischen Morpheme nicht vorbehaltlos. Ein besonderes Problem ist das Problem „des Nullmorphems“, das eigentlich zum grammatischen System gehört, manchmal aber auch im Zusammenhang mit der Wortbildung erwähnt wird. In der Grammatik versteht man unter der „Nullform“ eines Wortes eine grammatische Form, die durch kein gebundenes Morphem gestaltet ist. Die Nullformen exisitieren nur in dem Falle, wenn sie flektierten Formen in ein und demselben Paradigma gegenübergestellt werden.Die Nullform wird durch das Fehlen eines grammatisches Morphems, mit anderen Worten durch ein „Nullmorphem“ gestaltet, denn das Fehlen eines Morhems ist im Vergleich mit den durch Morpheme gekennzeichneten formen ein Zeichen der grammatischen Bedeutung. Das Nullmorphem steht im Kontrast zu den grammatisch gebunden Morphemen der übrigen Wortformen. Was die Wortbildung angeht, so wird manchmal die Meinung geäußert, daß die konversion (suffixlose oder implizite Abteilung) mit Hilfe eines „Nullmorphem“ ihren Ausdruck findet, was uns aber nicht berechtigt zu sein scheint, denn hier werden ganz unterschiedliche sprachliche Fakten identifiziert.

c) Das Problem der Identität der Morpheme

Die Identität der Morpheme und ihre Kriterien gehören zu den Fragen, die in der deskriptiven Linguistik ausführlich beleuchtet wurden. An und für sich ist das Problem nicht neu. Es war und bleibt allgemein bekannt, daß das Wurzelmorphem eines Wortes sich bei der grammatischen Abwandlung verändern kann, wobei die lexikalische bedeutung des Wortes stabil ist. In der deskriptiven Linguistik wird das Morphem als Komplex betrachtet, als eine Gesamtheit von Varianten, die als dessen Manifestierung in konkreter Umgebung realisiert werden. Diese Varianten werden Allomorphen oder Morphemealternaten genannt. Als Kriterien der Identität des Morphems (d.h auch der Definition eines Allomorphs) werden genannt::

  1. gleiche Bedetung
  2. komplementäre Distirbution
  3. das Auftreten in parallelen Konstruktionen

Die phonematische Ähnlichkeit oder Nichtähnlichkeit der Allomorphe wird nicht in Betracht gezogen: Im Gegenteil betont z.B Gleason, daß die formellen Besonderheiten für die Allomorphe nicht von Bedeutung sind. In der sowjetischen Sprachwissenschaft wird im Gegenteil annerkannt, daß das Vorhandensein von allomorphen durch ihre phonologische Ähnlichkeit bedingt sein soll, d.h daß das Vorhandensein einer phonematische invarianten als viertes Kriterium der Identität des Morphems anzunehmen ist. Von diesem Standpunkt aus erhalten die suppletiven grammatschen Formen. (sein, ich bin, war) keine Allomorphe, sonder unterschiedliche Wurzelmorpheme, die in ein und demselben Paradigma vereinigt werden. Auch sind die Verkleinierungssuffixe -chen,-lein wie auch die partizpialen Suffixe –en und –t keine Allomorphe, sondern verschiedene Morpheme, obgleich sie gleiche Funktionen erfüllen. Das vorhandensein von Allomorphen ist typisch für die Wurzelmorpheme der starken Verben, auch oft der Substantive und der Adjekitve Die Allomorphe kennzeichen auch manche Wurzellmorpheme bei der Wortbildung, wobei hier dieselben Prinzipien gelten wie bei der grammatischen Abwandlung, wenn auch mit einigen Besonderheiten: stabil bleiben aber immer die komplementäre Distribution und die phonematische Invariante. Die semantik kann mehr oder weniger variieren im Zusammenhang mit den entsprechenden Wortbildungsprozessen, wobei aber das Wurzellmorphem durch eine semantische Invariante gekennzeichnet wird, die das „Wortbildungnest“ zusammenhält. In allen Fällen sind die Wörter miteinander semantisch verbunden, aber die entsprechende Invariante hat nur einen allgemeinen, von konkreten Tatsachen abstrahierten Charakter. Im Prozess der Entwicklung der Sprache kann die semantische Verbindung zwischen den etymologisch verwandten Wörtern und die Allomorphe des Wurzellmorphems verwandeln sich in homonyme Wurzellmorpheme. Was das Kriterium der „parallelen“ Konstruktionen angeht,so kommt es in der Wortbildung nicht so lonsequent wie bei der grammatischen Abwandlungen zum Ausdruck. Wie oben gezeigt wurde, sind die Allomorphe in der Grammatik und in der Wortbildung identisch, aber das heißt durchaus nicht, daß hier eine völlständige Symmetrie vorherrscht. Für die gebundenen Wortbildungsmorpheme (Präfixe und Suffixe) gelten die allgemeinen Gesetzmäßigkeiten der Morphemvariierung nicht. Nur in einigen Fällen läßt sich eine ähnliche Erscheinung aussondern, und zwar neben einem älteren Suffix dessen Verbindung mit einen anderen Sufix oder einen Verschmelzung mit den Ausgelaut des Wortstammes im Wortbildungsystem vorhanden sind.

c) „Leere Morphe“, „Restelemente“ und „Pseudowurzeln“ im Bestand des Wortstammes.

Wie oben gesagt, lassen sich die deutschen Wörter im allgemeinen leicht in Morpheme zerlegen; dabei hat jedes Morphem sein eigenen Inhalt. Es gibt aber auch Fälle, wo die Morphemanalyse mit Schwierigkeiten verbunden ist. Diese Fälle lassen sich nicht eindeutig erklären. Allgemein bekannt ist, daß ein Kompositum oft Fungenelemente (Bindeelemente) enthält, die die beiden Komponenten miteinander verknüpfen. Formell fallen sie mit den grammatischen Morphemen zusammen, und zwar mit den genitivischen Flexionen oder den Pluralsuffixen der Substantive, was ihrer Herkunf auch entspricht. Eine andere Erscheinung liegt vor in den Fällen, wo neben einem regelrechten Wurzelmorphem oder einem Wortbildungselement sich ein Lautkomplex aussondern läßt, der weder zu der ersten noch zu der zweiten Art von Morphemen gezahlt werden kann. Das Wurzelmorphem kann natürlicherweise an der Komposition und an der affixalen Abteilung teilnehmen, aber als Test bleibt die Möglichkeit, es als einziges stammbildendes Morphem zu gebrauchen. Ganz anders steht es mit den Lautkomplexen innerhalb der Wortstämme, die weder den Kriterien der Wurzelmorpheme noch der Wortbildungaffixe entsprechen. Solche Lautkomplexe können unukalen Charakter haben, oder in einer ganzen Gruppe von Wörtern erscheinen, sie erhalten in der Fachliteratur verschiedene Benennungen: Quasimorphe“, „Submorphe“. Eine andere Art von Lautkomplexenstellen solche Elemente dar, die ebenfals den Kriterien der regelrechten Morpheme nicht enmtsprechen, aber zum Unterschied von den „Restelementen“ keinen unikalen Charakter haben.

Die Analyse nach Unmittelbaren Konstituenten (Immediate Constituents)

Trotz der Wichtigkeit der Morphemanalyse spielt sie nur eine untergeordnete, gleichsam vorbereitende Rolle für die allgemeine Wortanalyse– als lineare Zerlegung des Wortes in seine minimalen strukturell-semantische Elemente („Segmente“). W. Fleischer unterschtreicht, daß „in die hierarchische Struktur der Morphemkonstruktion einen einblick erst die Analyse nach den unmittelbaren Konstituenten vermittelt“. Die Analyse nach den unmittelbaren Konstituenten (weiter UK genannt) wurde von L. Bloomfield vorgeschlagen und später von anderen Deskriptivisten entwickelt. Da die UK-Mrthode für die Analyse komplizierter Strukturen gilt, wird sie in erster Linie in der Syntax angewandt; dabei sind die UK immer maximale Segmente, in die die zu analysierende Konstruktion zerlegt wird.

Die erste Etape der UK-Analyse des Wortes in der syntagmatischn Kette besteht darin, daß der grammaitsche Teil, der aus grammatischen Morphemen besteht,vom lexikalischen Stamm getrennt wird. Die zweite Etappe der UK-Analyse betrifft den lexikalischenstamm und gehört zur Wortbildungslehre. Dabei fallendie UK des Stammes nur in den einfachsten Fällen mit den lexikalischen Morpheme zusammen. Die Wortbildungsstruktur wird durch die UK bestimmt, die in der Wortbildungshierarchie die letzte Stufe (bei der UK-Analyse dagegen die erste Stufe) kennzeichnet. Nicht immer läßt sich die UK-Analyse leicht und eindeutig durchführen. Es gibt Fälle, wo die UK sich nur auf der Morpheme, nicht auf der Ebene der Wortbildung aussondern lassen.

Die Transformationanalyse und die Beschreibung des deutschen Wortbildungssystem

Die Transformation wird in der modernen Sprachwissenschaft auf verschiedenen sprachlichen Ebenen angewandt. Dabei sind zu unterscheiden: die Transformationsgrammatik (TG) einerseits, die Transformationsmethode bzw. analyse (TA) andereseits. Die Transformationsgrammatik wird dadurch gekennzeichnet, daß aus Grund-oder Kernstrukturen unter Anwendung von bestimmten Regeln komplizierte sprachliche Konstruktionen erzeugt werden– eine spezifische strukturelle Methode, die hauptsächlich für die Syntax gilt. Was die Wortbildung angeht, so muß das von P.A Sobolewa ausgearbeitete Wortbildungsmodell erwähnt werden, das ebenfalls eine bestimmte Hierarchie von Wortbildungsstrukturen darstellt, die auf die einfachsten Bildungen zuurückgehen; dieses generative Modell des Wortbildungssystems stützt sich sowohl auf linguistische als auch auf mathemaitsche Methoden. Der Transformationsanalyse liegt die Idee zugrunde, die Beziehungen zwischen Struktur und inhalt zu erfassen und sie unter Verwendung von äquivalenten Konstruktionen zu explizieren. Bei der Beschreibung der Wortbildung kann diese Art von Analyse verschieden Zwecke dienen. So kann sie auf fruchtbare Weise zur Aufhellung der semantischen Beziehugen innerhalb des Wortes verwedet werden, wenn kann die UK-Analyse nicht weiterführt.Die Transformation kann als „indirekte“ und „indirekte“ verwendet werden. Im ertsen Fall wird bloß dei Wortmotivation erschlosen; im zweiten Fall kann eine Konstruktion durch eine andere ertsedtzt werden, ohne der inhalt der kommunikation sich wesentlich ändert. Die direkte Transformation spielt eine große Rolle bei der Analyse der Komposita, denn sie läßt bestimmen, ob ein ompositum einer aus den den Kompositionsgliedern entsprechend Wörtern gebildeten syntaktischen Fügung inhaltlich identisch oder nicht identisch ist. Die Verwendung der Transformation bei der Analyse der Komposita hat nicht bloß theoretischen, sondern auch praktischen wert sowohl für den Sprachunterricht als auch für die Lexikographie: aber Festellung der Transforme (in erster Linie für Komposita, die seriencharakter aufweisen) bedarf einer langwierigen und anstrengten Arbeit, die ein ganzes Kollektiv übernehmen sollte.

Modellierung in der Wortbildung. Die Grundwortbildungsmodelle der deutschen Gegenwartssprache

Das Wortbildungsmodelle definiert als „stabile Struktur, die über eine verallgemeinerte lexikalisch-kategoriale Bedeutung verfügt und geeignet ist, mit verschedenem lwexikalischem material ausgefüllt zu werden“. Das heißt, daß es dem englischen Terminus „pattern“ entspricht. Es muß unterstrichen werden, daß ein Modell einen weitern und ein engeren Kreis von Strukturen umfassen kann, was davon abhängt, von welchem Grad der Verallgemeinerung und Abstraktion man ausgeht.

Erläuterung der Symbole

  • M1, M2– Grundmodelle der Wortbildung
  • L2– sekundärer Stamm (Stamm des zu analysiedrenden Wortes)
  • L1– primärer Stamm oder Basis (der Stamm, der in den Bestand des sekundären Stammes eingeht)
  • l1– primärer Stamm mit gesetzmäßiger Veränderung des Wurzelmorphems
  • DP– Derivationspräfix (lexikalisches Präfix)
  • DS- Derivationssuffix (lexilalisches Suffix)
  • R– Restelement oder Pseudowurzel
  • Gr- grammatischer Teil

Aufzählung der Modelle

Modelle Beschreibung
M1:L1=L1
Modell der Wurzelstämme: Frau, gut,hier, gehen
M2:L2=L1 oderL2=L1+Gr
Modell der impliziten Abteilung– des Wortartwechsels (Koversation und Transfiguration) Grün das Grün; leben–das Leben
M3:L2=l1 Modell der impliziten Abteilung– des Wortartwechsels- mit Veränderung des Wurzelmorphems: krank–kränken
M4:L2=DP+L1 Modell der präfixalen Abteilung: die Urzeit– Zeit, erfinden–finden
M5:L2= DP+L1 Modell der präfixalen Abteilung- mit Veränderung des Wurzelmorphems: das Gehölz– Holz
M6:L2=L1+DS Modell der suffixalen Abteilung: die Achtung–achten
M7:L2=l1+DS Modell der suffixalen Abteilung mit Veränderung Wurzel: der Gärtner–Garten
M8:L2=DP+L1+DS Modell der präfixal-suffixalen Abteilung:das Gelaufe–laufen
M9:L2=DP+l1+DS Modell der präfixal-siffixalen Abteilung mit veränderten Wurzel: das Gehäuse–Haus, gehörnt-Horn
M10:L2=L1+L1 Modell der Determinativkomposita: das Landhaus–Land, Haus
M11:L2=L1+L1+L1 Modell der nicht–determinativen Komposita: das Vergißmeinnicht–vergiß mein nicht
M12:L1=L1+rr+L1 Modell der Komposita mit einem Restelement Die Nachtigall-die Nacht…
M13:L2=DP+rr+DS Modell der affuixalen Abteilung mit einem Restelement oder einen Pseudowurzel: Student, studiere

Allgemeine Charakteristik der Grundmodelle der Wortbildung im Deutschen

M1–Modell der Wurzelwörter

Die Wurzelwörter haben in der modernen Sprache, unabhängig von ihrer Herkunft, zwei Grundmerkmale: Ihr Stamm besteht nur aus einem Wurzelmorphem; sie sind nict motiviert. Als Ausnahme (in bezug auf das 2. Merkmal) können schallnachahmende Wurzelwörter genannt werden (Interkektionen: paff! piep!,auch Verben wie sausen, zischen ) die einige Forscher ala „unmittelbar motivierte“ betrachten, oder zu den „phonetisch–phonologisch“ motivierten zählen, da hier „die phonetischenGegebenheit der Bezeichnung in irgendwelchem Zusammenhang mit dem klangischen oder geräuschmäßigen Erscheinungsbild der bezeichneten Handlung stehen“. Die Wurzelwörter bilden eine im synchronischen Plan relativ geschlossene Kategorie, denn ihre Entwicklung aus Abteilungen und Zusammensetzungen ist ein langwieirger Prozeß, dessen Verlauf wir in der gegenwärtigen Sprache weder beobachten noch voraussehen können.Neue Wurzelwörter könen nur im Resultat der entlehnung entstehen, unabhängig davon . ob sie in der Sprache, aus der sie entlehnt werden.

M2 und M3– Modell der impliziten Wortbildung (des Wortartwechsels)

Die beiden Modelle haben einigen Besonderheiten, die sie von allen übrigen unterscheiden. Erstens können die entsprechendenstrukturen sowohl Ein-als Mehrmorphemwörter sein; im zweiten Fall lassen sie nur auf der Morphemebene und nicht vom Standpunkt der Wortbildung inm die UK zerlegen; in beiden Fällen (auch wenn es Einmorphemwörter sind) unterscheiden sie sich von den echten Wurzelwörten dadurch, dass sie motiviert sind. Zweitens fehlt hier ein explizites Mittel der wortbildung, d.h ein wortbildendes Affix, das es gestatten könne, den sekundären Stamm vom dem primären zu unterscheiden. Zwar wird M3 durch allomorphe Stämme gekennzeichnet, aber, wie oben gezeigt wurde, wird die Morphemidentität dabei nicht verletzt; auch fallen die Allomorphe in der Wortbildung und in der Grammatik oft zusammen, so daß unklar ist, auf welche Wortform der sekundären Stamm zurückzuführen wäre.

Die oben erwähnten Besonderheiten der Strukturen, die zu den Modellen 2 und 3 gehören, verursachen eine gewisse Schwankung, ja Unsicherheit bei ihrer Schilderung auf synchronischer Ebene. Wie ersichtlich, können das Modell2 ebenso wie Modell3 nur aus Gründen der Tradition und auch wegen der Unifizierung der Beschreibung der Wortstrukturen „Wortbildungsmodelle“ genannt werden. In Wirklichkeit handelt es sich um korrelative Wortarten , die im Schnittpunkt der Grammatik und der lexikalischen Semantik stehen und sich gegenseitig motivieren. Als Ausnahme innerhalb des Wortartwechsels sind zwei Fälle zu erwähnen, wo sich der primäre Stamm deutlich von dem sekundären untersceiden läßt. Es handelt sich um den Übergang anderer Wortarten in der Klasse der Substantive, wobei das substativische Paradigma nicht angemommen wird. Anders, wenn eine grammatische Wortform sich in dem lexikalischen Stamm einer unterschiedlichen Wortart verwandelt: bei der Substantivierung des Infinitivs, auch bei der Adverbialisierung des substantivischen Genitivs. Bei der Substantivierung der Patizipien sind gleichzeitig zwei Merkmale des sekundären Charakters des Substantivs vorhanden: der Übergang der partizipialen verbalen Wortform in seinen lexikalischen Stamm und die Bewahrung des adjektivischen Paradigmas.

M4 und M5– Modelle der präfixalen Abteilung

Der Tradition der Sowjetgermanistik folgend die Präfigierung (ebenso wie die Suffigierung) als Unterart der affixalen Abteilung, denn es handelt sich hier ebenfalls um Strukturen, deren UK einen primären Stamm und ein Wortbildungsmorphem darstellen. Der formale Unterschied zwischen der Präfigierung und Suffigierung besteht in der Rheinfolge der UK: das präfix steht vor, das Suffix nach dem primären Stamm. Das Suffix besitzt die Fähigkeit, eine Wortart in eine andere Wortart zu transponieren. Präfixe der Substantive:1 deutsche: erz, ge, miß, un, ur 2.fremde Präfixe: a, anti, auto, ex, extra ,hyper, in, inter, ko kon makro, mono, poly, pseudo, re, super, ultra, vize. Präfixe der Adjektive: 1 deutsche: erz, ge, miß, un, ur 2.fremde Präfixe: a, anti, auto, ex, extra ,hyper, in, inter, ko kon makro, mono, poly, pseudo, re, super, ultra, vize. Präfixe der Verben: 1 deutsche: be, ent, emp, er,ge, miß, ver, zer 2.fremde Präfixe: de,dis, ex, ko, re. Die deutschen Präfixe sind produktiv, die von uns erwähnten fremde Präfixe sind entweder produktiv oder mehr oder weniger aktiv. Trotz der verhältnismäßig geringen Anzahl der Präfixe im heutigen Deutsch spielen sie im Wortbildungssystem doch eine bedeutende Rolle. Dabei verbinden sich die meisten fremden Präfixe sowihl mit primären Wortstämmen als auch mii Restelementen und Pseudowurzeln; diese Besonderheit kennzeichnet ebenfalls (wenn auch im geringerem Maße), die deutschen Präfixe Gehölz und Geziefer, verreisen und verlieren. Die meisten Präfixe sind unbetonnt ; als Ausnahmen sind zu nennen: un und ur bei den Substantiven und ur bei Adjektiven, das entweder die Hauptbetonung trägt oder durch eine schwebende Betonung gekennzeichnet wird (bei der Funktion der Verstärkerung urkomisch) und miß bei den Verben, wenn der primäre stamm ein präfixaler ist (in diesem Fall wird miß schwach betonnt; mißverstehen).

M6 und M7 Modelle der suffixalen Abteilung

Die Wortbildungssufixe der deutschen Gegenwartssprache sind viel zahlreiche als die Präfixe; W. Fleischer nennt circa 48 deutsche und 35 entlehnte Suffixe (die letzte Zahl könnte vergrößert werden). Es gibt manche gleichlautende Suffixe, die verschiedene Wortarten bilden; sie sind aber in der Regel semanitsch (oft auch etymologisch) unterschiedlich und gelten als homonyme Morpheme. Bemerkenswert ist auch, daß einige substantive Morpheme dem Substantiv verschiedenes Geschlecht verleichen. Es gibt suffixvarianten, die den zu bildenden Lexemen gleiche kategoriale Bedeutung.

Suffixe der Substantive männlichen Geschlechts: Deutsche Suffixe: bold, e, el,er (ler, ner, aner, ianer, enser,iker),icht, ian (jan), ing, ling,rich,sel,ung; fremde Suffixe: al, an,ar, at,ent,et,eur,ier,ismus. Am porduktiviste sind er (wie auch meistens seiner Varianten), als unproduktiv gelten e, ing, ung, sel, die meist neben Restelementen stehen: Schütze, Kampe, Hering, Messing Stöpsel, einige bilden Familiennamen Adelung, Hartung. Die übrigen deutschen und alle fremden Suffixe der Maskulina sind mehr oder weniger aktiv. Suffixe der substative weiblichen Geschlechts: Deutsche Suffixe: e, ei, de, heit, icht, in, nis,sal, schaft; fremde Suffixe: ade, age, el, enz, isse, esse, ide, iere, ose, tät, ur. Besonders produktive sind heit, in, schaft, ung; unproduktiv sind de, icht die übrigen deutschen und alle fremden Suffixe der Feminina sind mehr oder weniger aktiv. Wie ersichtlich, sind die Suffixe der gemina am zahlreichsten; ihnen folgen die wsuffixe der Maskulina ; die kleinste Anzahl bilden die Suffixe der Neutra. In der Regel erscheinen die suffixe als Merkmal des grammatischen Geschlechts. Suffixe der Adjektive: Deutsche Suffixe: bar, er, haft, ig, isch, lich, sam; fremde Suffixe: abel, al, ant, ell, esk, iv, os. Die Anzahl der adjektivischen Suffixe ist zu den substantivischen gering; das heißt, daß die Suffigierung bei der adjektivischen Wortbildung eine große Rolle spielt.

Suffixe der Numeralien: Wie bekannt, bilden die Numeralie eine unbegrenzte Wortklasse, da auch das Zählen, das ihnen zugrundeliegt, keine Grenzen hat. Bemerkenwerts ist aber, daß alle Numeralien aus einer geringen Zahl von Wurzelwörten (durch Suffigierung und Zusammensetzung) entstehen; es sind: eins bis zwölf, hundert, tausend. Zu den Suffixen der Kardinalia gehören: zig; der Ordinalia: -t, -st. Die Multiplikativa zählt man auch zu den Adjektiven und Adverbien je nach ihren grammatischen Merkmalen, oder man nennt sie „adjektivische und adverbiale Multiplikativa“, was berechtigt ist, denn sie worden ebenfalls aus den numeralischen Wurzelwörten gebildet. Suffixe der Verben: Die verbalen Suffixe lassen sich in solche Suffixe einteilen, und in „konsonantische“, die nur aus Konsonanten bestehen, d.h nur als Bestandteile einer silbe zu betrachten sind. Zu den ertsen gehören: deutsche Suffixe: el, enz, ern, ig, itz; das fremde Suffix ier, ifiz; zu den zweiten: ch, schen itsch.

M8 und M9– Modelle der präfixal-sufixalen Abteilung

Die Besonderheit dieser Strukturen besteht darin, daß sich sich in die UK verschiden zerlegen lassen: Präfix+primärer Stamm+Suffix, oder primärer Stamm mit einer diskontinuierlicher gebunden UK, die sich weiter in Präfix und Suffix teilen läßt, man vergleiche: DP+L1(l1)+DS oder DP+ L1(l1)+DS. Solche Strukturen sind nicht zahlreichen und spielen keine bedeutende Rolle im Wortbildungssystem der deutschen Gegenwartssprache. Bemerkenswert ist auch daß der primäre in der Regel ein Wurzelmorphem ist. Präfixal-suffixale Substantive: Es sind deverbative und denominative Strukturen mit dem Präfix ge- und meist mit dem Suffix –e: Gefrage, Gelaufe, Gebrülle. Abteilungen mit verbalen Stämmen sind produktiv, mit nominalen Stämmen nur aktiv. Relikthaft sind einige Bildungen mit Restelemente: Genosse, Gemüse, Gesinde. Präfixal-suffixale Adjektive: Diese Strukturen, die recht produktiv sind werden nach dem Modell der Partizipialformen der schwachen Verben gebildet, ohne daß ein Verbalpradigma dazu existiert, man vergleiche: gestifelt, befrackt, entmenscht, vertiert. Präfixal-suffixale Verben: Diese Strukturen sind weder aktiv noch zahlreich, man vergleiche: beerdigen, befriedigen.

M10– Modell der determinativa Komposita

Dieses Modell spielt eine besonders große Rolle in der deutschen Gegewartssprache und typisch für Substantive, Adjektive, Numeralien und Verben. Drei Grundmerkmale kennzeichnen das Modell: erstens ist ein hierarchische Struktur der entsprechenden Konstruktionen immer binär, d.h daß sie sich in zwei UK teilen lassen, unabhängig von der Anzahl der sie konstituirenden Morpheme; zweitens wird die Wortart, zu der Konstruktion gehört, durch die 2. UK bestimmt; drittens ist die Beziehung der ersten UK zu der zweiten, die die Wortmotivation bestimmt, eine determinierende. Vom formalen Standpunkt aus lassen sich die determinaitven Komposita in drei Arten teilen: echte (eigentliche) Komposita, dren UK sich miteinander unmittelbar verbinden: Lichtstrahl, Schrebtisch; unechte (uneigentliche) Komposita, die ein Fungenelemente enthalten: Tageslicht, Sonnenstrahl; Zusammenrückungen, d.h solche Komposita, die der Struktur und der Stellung ihrer UK nach mit den aus den den UK entsprechenden Lexemen gebildeten syntaktischen Fügengen identisch sind: Krauseminze, zweihundert, wachliegen, emposteigen.

M11– Modell der nichtdeterminativen Komposita

Es handelt sich eigentlich nicht um ein, sondern um mehrere Modelle, die durch folgende gemeinsame Merkmale gekennzeichnet sind: Die entsprechenden Komposita sind immer Zusammenrückungen; sie können mehr als zwei UK einschließen, d.h daß sie nicht unbedingt binär zu gliedern sind. Dazu gehören: 1. kopulative (additive ) Komposita, deren UK anreihend miteinander verbunden sind: Dichterkoponist, Strichpunkt, deutsch-russisch; 2. die sogenannten Imperativnamen, d.h substantivierte Impererazivsätze: das Vergißmeinnicht, der Taugenichts; 3. substantivierte präpositionale Gruppen: der Ohnebart; 4. zusammengesetzten Abverbien: geradeaus, bergauf; 5. einige gelegentliche Verschmelzungen von Lexemen, die im Satz nebeneinander stehen; ein Maßvoll, eine Handvoll, das Vaterunser.

M12– Modell der Komposita mit einem Restelement

Diese Strukturen sind das Resultat historischer Prozesse: d.h ,daß die Restelemente den Stämmen solcher Wörter entsprechen, die als selbständige Lexeme untergegangen sind und sich nur noch vereizelt als „gebundene UK“ eines Wortstammes erhalten haben.

M13– Modell der affixalen Abteilung mit einem Restelement oder einer Pseusowurzel

Dieses Modell zerfällt in zwei Unterarten: zur 1. Unterarten gehören einzelne deutsche sttrukturen mit Präfixen oder Suffixen, die neben Einzelelementen, die keinen Wortstämmen mehr entsprechen, ihre Wortbildungsfunktiuon geleten lassen; zur 2. Unterart– meist Entlehnungen, die ganze Wortnester bilden; mit ein und demselben Grundelement. Die Wörter der ersetn Art sind wie die zum 12 Modell gehörenden Zusammensetzungen das Resultat des Untergehens der stammbildenden Lexeme. Zur zweiten Art gehören zahlreiche Entlehnungen mit „Pseudowurzeln, die sich in mehreren etymologisch und semantisch verwandten Wörtern wiederholen, ohne daß sie vereinigende Element einem selbständigen Wortstamm entspricht; studieren, Student.

Die Komponenteanalyse (Semananalyse) in der Wortbildung

Die Komponeten -bzw Semananalyse gehört zu den Methoden der Fomalisierung der Semantik und wird auf verschiedenen Ebenen und Gebieten der Sprache verwendet. Es wurde auch bemerkt, daß diese Art von Analyse in dem Fall bessere Resultate erzielt, wenn drei Vorbedingungen vorhanden sind, und zwar: 1. wenn sie mit einer andere Methode der Analyse zusammenwirkt; 2. wenn es möglich ist, die zu analysierenden sprachlichen Einheiten, die sich in bestimmten Beziehungen zueinander befinden miteinander zu vergleichen; 3. wenn es sich um ein vollständig oder relativ “geschlossenes” Sprachgebiet handelt. Alle diesen Vorbedingungen entspricht die Komponentanalyse in der Wortbildung: In diesem Fall wirken zwei Arten von Analyse zusammen, wobei sic die Wortbildungsanalyse auf objetive strukturell-semantische Gesetzmäßigkeiten stützt; die zu analysierende Einheit steht immer in bestimmten Verhältnis zu anderen Einheiten des Wortbildungsystem; dieses System als Ganzes wie auch seine einzelnen Gebiete haben stets einen “relativ” geschlossenen Charakter.

Mit Hilfe der Semanalyse können verschiedene Aspekte der Wortbildungs geklärt werden. Sie hilft der Erschließung Wortmotivation, denn die UK erscheinen oft als Träger der Grundseme  der Wortmotivation. Von bedeutendem Interesse ist die Semanalyse bei der Bestimmung der Information der Wortbildungsaffixe, besonders in dem Fall, wenn sie mehrdeutig sind (was die meisten von ihnen kennzeichnet)

Об авторе

Натаров Илья

Натаров Илья

Родился 09 апреля 1980 года в городе Баку, в этом же году переехал в Запорожье.
В 2003 году закончил Запорожский Государственный Университет и получил диплом преподавателя немецкого языка и немецкой литературы.

Комментировать

Нажмите, чтобы комментировать