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Übersetzungstheorie

Приложение 15

deutsch

Text 15

Werner Hofmanns Goya-Studie

den Text ist abgekurzt

Das deutsche Publikum ist nicht gerade verwöhnt mit den guten Büchern über Goya, dem bedeutendsten Künstler der Schwellenzeit um 1800. Was mit der Monografie  von Werner Hofman jetzt vorliegt, ist die Summe eines Forscherslebens auf einen Punkt gebracht, der Goya heißt. Wie in einem Brennspiegel sammeln sich in ihm die Probleme einer Epoche, deren Geburtswehen Werner Hofman ein Leben lang erforscht, geschildert und ausgestellt hat. Das ertse Kapitel seines neuen Buchhes handelt über Goya und Goethe, die ohne einander zu kennen, verwandte Themen und Motive bearbeitet haben. Obwohl der epochale Zeitgeist in Hoffmans Sicht des Künstlers immer wieder hineinspielt, erscheint doch Goya nicht als dessen Anhängels, sondern eher als dessen Diagnostiker. Goyas Werk erschlißet uns Hofmann in eienm Text, der sich so eindringlich die Ausdruckswerte von Goyas Kunst anverwandelt, dass sich der Leser gelegentlich bei dem Eindruck ertappt, die brilliant abgebildeten Bilder seinen für den Text in Auftrag gegeben worden. Der Untertitel “Vom Himmel durch die Welt zur Hölle” benennt zwar die Schwerpunkte von Goyas Entwicklung, doch Hofmann sieht in jeder Etappe von Goyas Schaffen eine gleichbleibende “vitale Energie” am Werke. Mit ihr rückt Goya den Themen und Aufgaben, die ihm aus der gegebenen Wirklichkeit zu wachhsen, zu Leibe; mit ihr dekt er die Brüchigkeit religiöser Dogmen, moralischer Normen, gesellschaftlichen Konvektionen und akademischer Kunstregeln auf und erschließt auf allen Ebenen eine “Mehrsinnigkeit”, “Fallsüchigkeit”, Doppelbödigkeit, denen die menschliche Kreatur ausgesetzt ist.  von Goyas Hofmann sieht diesen Hang zur Verunsichrung, Entlarvung und Polyfokalität in der spanischen Geistesgeschichte seit dem Mittelalter wiksam. Angesichts dieser Grundbestimmung von Goyas Mission sind weniger wwichtig die Werke, die Goya für anglophhie, aufgeklärte Adelkreise geschaffen hat, deren Familienbildnisse, die Bildnisse ihrer Kinder oder ihren emanzipierten Frauen. Nur das Bildnis von Herzogin von Alba, in dem sie sich zu der Liaison mit dem Künstler bekennt, das aber Goyas Haus nie verlassen hat, findet als Beleg für die gesellschaftliche Schwebelage des Künstlers Beachtung.  Die Hofdienste Goyas, seine Königs und Reitersbildnisse, die zahlreiche Bilder für Godoy oder für mächtige Bankiers bleibe am Rande. Hier geht es nicht um den Goya, der in den adligen Salons seinen Bildungshunger befriedigt, der sich an der Börse mit Aktien versorgt oder der sich um höfische Privieliegen und Einkünfte bemüht, sondern es get um dem Goya, der den Unbilden des Lebens zeichend und malend auf den Grund zu kommen sucht. Von den kirchlichen Bildern Goyas wird die Ausmalung der könglichen Einsiedelei San Antonio de la Florida als ein Spannungsfeld beschreiben, in dem das dogmatische Trinitätzeichen in der Apiskalotte aus der Zeit gerückt ist, während an der Hauptkuppel unter leerem Himmel und hinter einer Balustade eines buntes weltliches Treiben des Volkes die heilige Haupthandlung profaniert. Unter den zahlreichen Teppichentwürfen für die höfische Manufaktur kann ein betrunkener abgestürzter Bauarbeiter wie ein Christus in der Grablegung weggeschleppt werden. Hexen und Sabbatbilder dementieren die Kirchlichkeit des spanischen Volksglaubens. In kleinen “Kabinettbilder” steigert Goya die inere und äußere Labilität von Irren und Eingekerkerten zu einer “hilflosen Verzweiflung des in kreatürliche Nacktheit zurückgeworfenen Menschen. Eine “negative Idealität” prägt nach Hofmann die Anprangerung der gesellschaftlichen Missständige und Mißbräuche in den 80 Radierungen der Caprichos. Damit ist der Wiederspruch gekennzeichnet, dass die dumpfen und perversten Laster techhnisch perfekt und klassischh komponiert zur Anschauung gebracht sein können. In den “komponierten Dissonanzen der Caprichos treffen Fakten aus der Alltagswelt mit einer kulturerischen Organisationvollmacht  zusammen durch die sie aufgespieß werden. Disparate stilistische Höhenanlagen zersetzen alle Bezihungen zwischen Menschen und Dingen. Perspektivlose Räume, “in denen sich Unendlichkeit nicht als befreiende Ferne, sondern als verhangene Leere zeigt”, schieben die monströsen Figuren auf einen vordersten Bühnenabschnitt, wo sie hohle Gefühlsrituale, phychische Misshandlungen oder animalische Enthemmungen vorführen.

Besonders eindrücklich fallen Hofmanns Beschreibungen und Deutungen der späten Grafikfolgen und Zeichnungen aus. Die 82 Radierungen der Desartes de la Guerra kennen keinen zyklischen Verlauf, sondern die Folterungen, Vergewaltigungen, sadistischen Leichenflederrungen wieder immer neu in Szene gesetzt in Räumen, die “Metaphern der Auslöschung” sind; schockierend der treffende Hinweis, ein füsiliertsten Opfer falle in die Körperhaltung der Heiligen Theresa von Bernini ein. Auch in den Disparates entfaltet sich ein innerweltliches Inferno in dem “der Mensch als verfügbare, formbare Gemengelage erschheint.

Noch nie ist die deutende Sprache diesen eigentlich unbeschreiblichen und den ihnen zugrunde liegenden Angst- und Schreckenserfahrungen so nahe gekommen. Auch die “schwarzen Gemälde”, mit denen Goya, als habe er damals vorbeiziehenden Horrorkabinette in den Schhatten stehen wollen, seine Wohnräume bestückte, vertiefen den Schrecken ins Grauenhafte. Der Chronos, der sein sein Kind zerfleischt, wird als Gleichnis des Künstlers gedeutet, der den schönen Schein seines Metiers zerstört, um von Grundauf neu zu beginnen. Goyas breitet Pinsel “holt aus dem schleimigschmutzigen Plasma der Farbmaterie rudimentäre, verquollene Leiber und larvennähnliche Gesichtzüge hervor”. Doch zugleich lässt Goya seine Lebensgefärtin, die tapfere, für ein liberales Spanien engagierte Leocardia Weiß, dem sinistren Treiben überlegen zuschauen, als wären die Phantasmen und Traumata durch Reflexion zu bewältigen…..

Об авторе

Натаров Илья

Натаров Илья

Родился 09 апреля 1980 года в городе Баку, в этом же году переехал в Запорожье.
В 2003 году закончил Запорожский Государственный Университет и получил диплом преподавателя немецкого языка и немецкой литературы.

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