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Sprachthemen

Thema 7. Aus der Kulturgeschichte

deutsch

Römerzeit und Karolingische Renaissance

(1. Jahrhundert vor– 10. Jahrhundert nach Christus)

Die erste Hochkultur auf deutschem Boden schufen die Römer. Köln, Trier, Mainz, Augsburg und Regensburg waren hier die Zentren ihrer Kultur. Davon zeugen die bis heute erhaltene Porta Nigra in Trier und das prachtvolle Dionysos Mosaik in Köln.

Eine deutsche kultur entwickelt sich erst währened der Zeit Karlsdes großen. Diese Epoche (um 800-950) wurde Karolingische Renaissance genannt. Sie nimmt klassisch-antike und cheristlich-antike Traditionen auf und verdrängt altergermanische Überlieferung. Im Dom- und Klosterschulen blüht die Gelehrtsamkeit, in den Klosterwerkstätten die Kunst: buchmalerei, Goldschmiedehandwerk, Elfenbeinschnitzerei. Die Aachener Pfalzkapelle ist das herausragende Baudenkmal der karolingischen Epoche, und das reliose Versepos „Heliand“ ein kühnes hochdeutsches Sprachdenkmal, das die alten germanischen Heldenlieder verklingen lasst.

Die Epoche der Großen Dome

(10.–15. Jahrhundert)

Romantik (1000-1250) und Gotik (1250-1500) sind die übergreifenden kunsthistorischen Epochenbezeichnungen für das hohe und späte Mittelalter. Die Romanitk wird auch nach den Herrschergeschlechter bezeichnet. Die Ottonische Kunst in der Zeit der sächsischen Kaiser (Ende 10. Anfang 11. Jh) ist eine Frühreform der Romantik und erreicht in der Kirche St. Michael zu Hildesheim in der Baukunst ihren Höhepunkt. In der Zeit der Salierkaiser (Mitte 11.– Mitte 12. Jh) entstehen der Kaiserdom zu Speyer und die Abteikirche Maria Laach als Bauwerke von höchstem Rang. In der Stauferzeit (Mitte 12.–Mitte 13. Jh) vollendet sich die deutsche Promanitk in den Domen von Worms, Mainz, Limburg, Bamberg und Naumburg. Meisterwerke sind der Bamberger Reiter und die Naumburger Stifterfigueren Ekkehard und Uta.

Die Gotik folgte der Romantik als nächster Stil der mittelalterlicher kunst. Sie entstand um 1140 in Frankreich, um 1150 wurde sie von der Renaissance abgelöst. Die Gotik drückte nur religiose Themen aus. In der Architektur blieb die Kirche die Hauptaufgabe. Das erste deutsche gotische Bauwerk war der Magdeburger Dom (begonnen 1209) zu voller Blüte entwickelt sie sich 1248 beim Kölner Dom, spätere Höhepunkte sind das Freiburger und Ulmer Münster und der Regensburger Dom. Deutsche Sonderformen bilden sich besonders im 14. und 15. Jh. in süddeutschen Hallenkirchen (Schwäbisch–Gmünd, St. Lorenz und St. Sebald in Nürnberg) und in der norddeutschen Backsteingotik (Marienkirche und Rathaus in Lübeck, Rathäuser Stralsund und Rostock) heraus.

Die spätgotische Tafelmalerei (Stefan Lochner in Köln) oder in Westfalen (Konrad von Soest), die plastik erreicht in Franken ihren höchsten künstlerichen Ausdruck, vorallem in den Altären von Veit Stoß und Tilman Reimenschneider.

In der Literatur des Mittelalters steht Anfang die Dichtung von Geistlichen, am Ende die von Bürgern. Und dazwischen, um 1200, erlebt sie in der Ritterdichtung ihre Glanzzeit: im höfischen Epos („Parzifal“, „Tristan und Isolde“, im heldenepos „Nibelungenlied“) und vor allem in der Lyrik Walters von der Vogelweide, des größten aller deutschen Minnesänger. Die Minnesänger trugen in der Zeit des Rittetums die mittelchochdeutsche Lyrik an den Feudalhöfen vor. Minne heißt Frauen, Verehrung, Liebe. Meist priesen die Minnesänger die Frauenschönheit allgemein und widmeten ihre Lieder einer Frau am Höfe (höfische oder „hohe Minne“). Die Minnesang um 1200 war eine Blütezeit deutscher Dichtung. Sein Ursprungslandist frankreich. Um 1190-1230 wurde dieser Minnebegriff durch die Einbeziehung der ehelichen Liebe und der „niederen Minne“erweitert. Der anspruch der Bauern und bürger auf Lebensfreude zeigte in volksliedhaften Natur-und Liebesgeschichten.

Von der Reformation zur Aufklärung

(16.–18. Jahrhundert)

Die Neuzeit beginnt mit tiefgreifenden religiösen und gesellschaftlichen umbrüchen; die Reformation ist in Wahrheit eine Revolution. Martin Luther Bibelübersetzung grünedt die neuhochdeutsche Schriftsprache. Der Meistersinger Hans Sachs verwendet sie in seinen Schwänken. Doch dieses 16. Jahrhundert ist keine Glanzzeit der Literatur. Auch nicht der Architektur. Die Renaissance–Baukunst fasst nur vereinzelt Fuß, erreicht aber in der norddeutschen Wesserrenaissance (Rathaus zu Bremen) einen bedeutenden Regionalstil. Vielmehr ist das goldene Jahhundert der deutschen Malerei:die Dürer–Zeit. Neben Albrecht Dürer (Apostelbilder „Adam und Eva“) wirken Mathias Grünewald („Isenheimer Altar“), Lucas Cranach, Hans Holbein der Ältere und Jüngere, Hans Baidung Grien, Albrecht Altdorfer („Alexanderschlacht“). Die Schreken der Menschenheit, visionär in Dürers „Apokalypse“ beschworen, werden wahr im Dreißigjährigen Krieg, der das Land und die Seelen verwüstet. Darüber klagen ergreifend die Barocklyriker, deren Gedichte eine deutscher Beitrag zur Weltliteratur sind, davon erzählt der Schelmeroman des „Abenteuerlichen Sipmplizissimus“ von Johann Jakob Christoffel von Grimmelshausen. Später als die Literatur erreich die Barockarchitektur ihren Höhenpunkt. Um die Zeit nach 1700 erstrahlendie weltlichen und geistlichen residenzen in neuem Glanz: Dresden mit dem Zwinger von Daniel Pöppelmann und die Frauenkirche von Georg Bährs; Berlin mit dem Schloss und dem Zeuhaus Andreas Schlüsters, Würzburg mit der fürstbischoflichen Residenz von Balthasar Neumann, das süddeutsche Rokoko verdankt seine schpönsten Bauten den Brüdern Asam (Weltenburg, St. Nepomuk in München) und den Brüdern Zimmermann (Wieskirche), das preußische Rokoko gipfelt im Potsdamer Schloss Sanssouci von Georg Wenzelaus von Knobelsdorf

Die deutsche Musik steigert sich im Barockzeitalter zu ihrem ersten Höhepunkt, den die die norddeutsche Orgelschule des 16.–17. Jahrhunderts vorbereitet hatte. Doch die großen Drei finden finden ihre uneigene Sprache:Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Georg Philipp Telmann.

Drei bedeutender Denker prägen deutsche Aufklärung. Die Philosophen Gottrfried Wilhelm Leibnitz und Immanuel Kant versuchen eine Synthese zwischen Vernunft und Religion. Und Gotthold Ephraim Lessing will die Gesellschft zu Vernunft und Toleranz erziehen. Er bahnt in Theorie („Hamburgische Dramaturgie“) und Praxis („Nathan der Weise) dem Drama neue Wege.

Die Goethe–Zeit

(18.–19.Jahrhundert)

Der große deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) war Lyriker („Über allen Gipfeln ist Ruh“), Drammatiker („Faust“, „Torquato Tasso“), Romancier („Werter“, „Wilhelm Meister“), Naturwissenschaftler (Farbenlehre), Minister, Theaterintendant. Sein Leben und Werke umspannt Epochen: in seiner Jugend ist er beeinflust von Johann Gottfried Herder, der die Natur–und die Volkspoesie entdeckt hat. Zunächst mitgerissen von der literarischen Bewegung Sturm und Drang, wendet er sich nach der Italienreise 1786-1788 der Klassik zu und findet in Friedrich von Schiller, dem Dichter und Drammatiker der Freiheit („Maria Stuart“, „Wilhelm Teil“, „Wallenstein“) einen genialen Gleichgesinnten. Die Weltweite Wirkung deutscher Musik erreicht in Klassik und Romantik ihren zweiten Höhepunkt: Ludwig van Beethoven vollendet die Wiener Klassiker von Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart. Die Oper der Romantik findet in Carl Maria von Weber, das Lied in Franz Schubert und Robert Schumann, die Symphonik in Johannes Brams ihre Meister.

Weltgeist und Weltrevolution

(19. Jahrhundert)

Der Philosoph Georg Wilhelm Hegel erklärt die Welt dialektisch; ihn wollte Karl Marx materialistisch überwinden und „vom Kopf auf die Füße stellen“. Auf die Revolution hoffen vergeblich der Drammatiker Büchner und der Lyriker Heinrich Heine, Wegbereitet einer moderner deutschen Literatur. Der komponist Richard Wagner revolutioniert mit „Tristan und Isolde“ die Musik, komponirert mit den „Meistersingern von Nürnberg,das Gesamtkunstwerk, das die Opernbühne noch bis in unser Jahrhundert beeinflussen wird. Die Künste und die Stiele driften in der zweiten Hälfte des 19. Jaherhunderts auseinander. In den Grüderjahren und bis zur Jahrhundertswende bedient sich der Historismus in Architektur und Malerei des Formenreichtums früher Epochen. Die Romanciers (Wilhelm Raabe, Theodor Fontane) beschreiben realisitsch die bürgerliche Welt, Gerhardt Hauptmann wendet sich der soziale Problematik der Industrialisierung zu. Seine „Weber“ werden zum Hauptwerk des deutschen Naturalismus.

Immer wieder Neueanfänge

(20. Jahrhundert)

Das Jahreszehnt nach dem Ersten Weltkrieg wird zu den „Goldenen“ zwanziger Jahren der Künste. Die Lyriker der Expressionismus beschwören dem utopischen „Neuen Menschen“ („Menschheitsdämerung“), die Künstlergruppen „Die Brücke“ oder „Der blaue Reiter“ fordert die einheit aller bildenden Künste unter Führung der Baukunst im Geist eines funktionalen Konstruktivismus.

Thomas Mann beschreibt in seinen Romanen meisterhaft die bürgerliche Welt, Bertolt Brecht schockiert durch seien Dramen die bürgerliche Gesellschaft, der Film reiht sich den Künsten ein- bis die Naziherrschaft alle Künste gleichschaltet, die meisten Künstler in die innere Emigration oder ins Exil treibt. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist kein wiederanknüpfen möglich, obwohl ein Teil der Künstler aus dem Exil zurückkehrt, ein anderer die „innere Emigration“ beenden kann. Alle müssen neu beginnen, ob in West oder Ost. Doch trotz der brutalen politischen Teilung, trotz getrenten Entwicklung auf allen Gebieten der kunst in beiden Teilwen Deutschlands, lässt sich das Bewusstsein der kulturellen Einheit nicht verdrängen. Mit ihrer Wiederherstellung wird auch die deutsche Literatur in eine neue Phase ihrer Entwicklung eintreten.

Literatur nach 1945

Die deutsche Literarur erlebte nach eigenem Epfinden 1945 ihre stunde Null. Die wichtigsten Autoren waren von den Nazis in die Emigration gezwunden worden, aus der nicht viele zurückkehrten. Auf wirkliche Resonanz stißen nur Thomas Mann und Berthold Brecht. Und Carl Zuckmazer mit seinem Kriegs- und Antinazistück „Des Teufels General“. Auch die Autoren, die sich in die sogenannte „innere Emigration“ geflüchtet haben, konnten keine neuen Akzente setzen.Dafür erhoben junge Schriftsteller ihre Stimme Wolfgang Borcherts Stück „Draußen vor der Tür“ und die Gedichte Günter Eichs oder Paul Celans trafen die Nerv der jungen Generation. Kiregs und Nachkriegszeit spigeln sich in den Romanen von Heinrich Böll („Ansichten eines Clowns“) und Wolfgang Koeppen („Das Treibhaus“) wieder. Günter Grass („Die Blechtrommel“) bezog stärkste Impulse aus seiner– polnisch gewordenen–Heimatstadt Danzig, Martin Waiser („Halbzeit“) schreibt am Bodensee, Siegfried Lenz („Deutschstunde“) im Norden.

Solche Vergangenheitsbewältigung und Auseinandersetzung mit der Gegenwart interessierte vile jüngere Autoren später weniger, lieber sie sich gleichsam in ihre eigenen Seelenlandschaften zurück. Anders die Schriftstellers in der ehemaligen DDR, die sich, auch verschlüsselt mit dem System auseinandersetzten, u.a. Christa Wolf („Der geteilte Himmel“) oder Stefan Heym („Der König David bericht“). Viele ehemalige DDR-Autoren wurden jedoch vom Regime ausgebürtet, etwa der Politsänger Wolf Biermann, der Romancier Erich Loest der Lyriker Reiner Kunze.

In den siebzigen Jahren machten viele deutschsprachige Autoren ihr persönlichees Dasein zum Inhalt ihrer Publikationen (Max Frisch „Tagebuch“; Wolfgang Koeppen „Jugend“; Thomas Bernhard “Die Ursache“, Der „Atem“, „Die Kälte“; Ellas Canetti „Die gerettete Zunge“). Seit Mitte der siebziger Jahre gibt es eine eigene Frauenliteratur (Karin Struck: „Klassenliebe“; Verena Stephan: „Häutigen“; Brigitte Schweiger „Wie kommt das Salz ins Meer“). Stärker als Roman sind Lyrik (Wolf Wondratschek, Ulla Hahn) und Drammatiker dieser Jahre (Botho Strauss „Trilogie des Wiedersehens“)

1985 veröffentlicht Heinrich Böll, der 1972 den Literatur Nobelpreis erhielt, „Frauen vor Flusslandschaft“, und Günter Grass 1986 „Die Rättin“, Patrick Süsskind steht mit seinem 1985 erscheinen Buch „Das Parfüm“ bis heute in den Bestsellerlisten.

Johannes Mario Stimmel und Willi Heinrich, Heinz Konsalik und Utta Danelia- die Zahl der Autoren der Unterhaltungsliteratur ist in der Bundesrepublik Legion.

Schon früh entwickelte sich in Deutschland eien eigene Literatur für Kinder und Jugendliche. Welbekannt wurde der „Struwwelpeter“, den der Arzt Heinrich Hoffmann 1845 als Weinachtsgeschenk für seinen dreihährigen Sohn schrieb. Auch „Max und Moritz“, die beiden bösen Buben von Wilhelm Busch, belehrten viele Kinder. Die Abenteuer der „Heidi“ von Johanna Spyri wurden mehr niemals verfilmt. Beliebt sind nach wie vor „Das doppelte Lotchen“, „das fliegende Klassenzimmer“ und andere Jugendromane von Erich Kästner. Ottfried Preussler („Das kleine Gespenst“) und James Krüss („Tim Thaler“) versammeln eine große Lesergemeinde um sich. Das sich von Christine Nöstlinger „Nagle einen Pudding an die Wand“ erhielt 1991 demn Preis der Leseratte. Auf Initiative der „Stiftung Lesen“ in Mainz prämiert eine jugendliche Juri mit diesem Preis alljährlich die besten Jugendbücher. Bilderbücher von Janosch („Oh, wie schön ist Panama“) und Helme Heine („Freunde“) sind auch bei Erwachsenen beliebt.

Das Musikleben

Von Beethofen bis Stochhausen, von Claudio Abbado bis Marius Müller-Westerhagen, von der „Zauberflöte bis zu „Cats“, vom großen Konzertsaal bis zum Konzert in der Scheune: Musik liegt in Deutschland immer in der Luft. Viele Großstädte verfügen über eigene Orchester und Opernhäusern. Dirigenten, Orchester und Solisten aus aller Welt schätzen die deutsche Musikszene nicht nur wegen ihter Experimentierfreudigkeit.

Opernhäuser und Orchester

Die 95 Musiktheater– sie sind heute staalich subventioniert– und 195 Beruforchester haben zum Teil eine lange Tradition. Das älteste Opernhaus steht in Hamburg und wurde 1678 erbaut. Die modernsten Opernhäusern, die mit modernen Bühnentechnik ausgestattet sind, finden sich in Köln und Frankfurt am Main. Berlin hat allein drei Opernhäuser. Architektonische Kostbarkeiten sind das Nationaltheater in München und die Semper–Oper in Dresden, beides Gebäude im Stil der italienischen Hochrenaissance.

Bie den Orchestern geben die Berliner Philarmoniker, die Meister des perfekten Klangs, den Ton an. Auch die Münchener Philarmoniker, die Bamberger Symphoniker, das Gewandhausorchester Leipzig, die Staatskapelle Dresden sowie einige Rundfunk Sinfonieorchester sind international geschätzte Ensembles.

Dirigenten und Solisten

Die deutsche Musikwelt pflegt einen regen Austauch mit international anerkannten Künstlern und jungen Talenten. Konzerte und Opernaufführungen sind oft mit Stars aus aller Welt besetzt. Die Berliner Philarmoniker werden von dem Italierner Claudio Abbado, dem Nachfolger des 1989 verstorbenen Herbert von Karajan geleitet. Andererseits sind die deutschen Künstlern in vielen Ländern tätig. So leitet Kurt Masur die New Yorker Philarmonie, und Christoph von Dohnänyi ist als Chefderigent des Cleveland Orchester tätig. Deutsche Solisten wie die Geigenvirtuosin Anne–Sophie Mutter, der Trompeter Ludvig Güttier, Sänger und Sängerinnen wie Hildegard Behrens, Dietrich Fischer–Dieskau, Peter Hofmann, Rene Kollo, Peter Schreier, Hermann Prey und Edda Moser gehören weltweit zu den Besten ihres Fachs.

Das Repertoire

Die Musik der großen Klassiker wird vielerorts gepflegt, auch im Rahmen schon traditioneller Festspiele, die denWerken einzelner Komponisten gewidmet sind. So Ludwig van Beethoven (dessen Geburthaus in Bonn die Besucher aus aller Welt aufsuchen) beim internationalen Beethovenfest in Bonn oder Georg Friedrich Händel in Göttingen und Halle. Die Bayrreuther Festspiele mit den Inszenierungen der Opern Richard Wagners sind nach wie vor eine Attration erster Ranges. Der Musik von Johann Sebastian Bach haben sich Helmut Rilling, Gründer und Leiter der Gächinger Kantorei und der „Internationalen Bachakademie“, sowie Spezial–Ensembles in Leipzig und Dresden verschreiben. Unter den Opern nimmt Mozarts „Zauberflötte“ mit über einen halben Million Besuchern die Spitzenstellung ein, während bei den Operetten Strauß „Fledermaus“ den stärksten Anklang findet.

Im Hinblick auf das deutsche Balletsprach man in den sechziger Jahren von eimnem „Wunder“. Grund dafür war vor allem die hervorragende Arbeit des Südafrikaners Jon Granko beim Stuttgarter Staatsballet, später fortgesetzt von der Brasilianerin Marcia Haydee. In jüngster Zeit waren es die modernen innovativen Ballettinszenierungen der Pina Bauch und ihres Wuppertaler Tanztheaters, die höchste Applaus seitens der Kritik und begeisterten Applaus bei einem internationalen publikum fanden.

Der „leichten Muse“ des musikalischen Revuetheaetrs hat sich vor allem der Friederichstadtpalast in Berlin verschireben. Das Musical „Cats“ wird in Hamburg schon jahrelang gezeigt.

Im Konzertangebot haben auch die Klassiker der Moderne einen festen Platz, z.B Paul Hindemith, Igor Strawinsky, Arnold Schönberg und Bella Bartok. Dazu zählen aber auch Boris Blacher, Wolfgang Fortner, Wegner Egk und Karl Orff. Bernd Alois Zimmermann, ein kühne Avangardist, hat sich sehr früh mit seiner Oper „Die Soldaten“ einen Platz in der Musikgeschichte gesichert.

Jazz, Rock und Pop

Im Bereich der modernen populären Musik wurde auf der deutschen Musikszene lange Zeit wenig zugetraut. In den achtziger Jahren erlebte die „Neue deutsche Welle“ mit oft skurrillen Songs in deutscher Sprache ihren Höhepunkt. Die schrille Punklady Nina Hagen oder Udo Lindenberg mit seinen „Panikorchester“waren nicht mehr zu überhören. Die deutsche Jazzszene, die in den fünfziger Jahren eher eoner Protestbewegung war, hat heute Musiker von Rang. Der Posaunist Albert Mangelsdorf ist einer der weltweit Besten des Free Jazz. Klaus Doldinger sucht mit seiner Gruppe „Passport“ die Verbindung zwischen Rock und Jazz. Die Kölner Gruppe BAP fällt mit ihren Dialektttexten auf.

Der Schlager, in den fünfziger und sechziger Jahren mit pfiffigen Texten in aller Munde, ist heute dagegen fast ganz von der Bühne abgetreten. Tanz- und Unterhaltungsorchester wie von Bert Kaempfert, James Last, Max Greger oder Paul Kühn haben sich indessen ein Publikum über die Grenzen Deutschlands hinaus erobert. Jenseits von Schlager und Rock profilierten sich Sänger wie Peter Maffay oder Marius Müller–Westerhagen und Nena. Bekannte Gruppen von heute sind „The Scorpions“ und „Die Prinzen“

Musik für alle

Zur Förderung der Nachwunschtalente gibt es eine Reihe von der Wettbewerben.

„Jugend musiziert“ ist der bekannteste. Darüber hinaus wird das Musizieren schon in der schule gepflegt. Allein in Westen Deutschlands gibt es über 700 öffentliche Musikschulen, dazu rund 15000 chöre. Der Instrumentbau ist in Deitschland ein Handwerk mit langer Tradition, zum Beispiel sind Geigen aus Mittelwald weltberühmt. Fast jeder zweite deutsche Jugendliche spielt ein Musikinstrument, an erster Stelle stehen Flöte und Gitare. Die Musikbranche floriert: jährlich werden in Deutschland weit über 200 Millionen Schllplatten, Casseten und Compactdiscs aus nationaler und internationaler Pordultion verkauft.

Museen, Sammlungen und Ausstellungen

In Deutschland gibt es über 3000 Landes–,Stadt–,Verein–,Heimat-und Privatmuseen dazu Schatzkammern, Dom–,Residenz-, Burg–, Schloss-und Freilichtmuseen. Im Lauf der Jahrhunderte sind die Museen aus fürstlichen, kirlichen und später bürgerlichen Sammlungen entstanden.

Zur bildung und Unterhaltung der Allgemeinheit waren die Sammlungen der Fürsten allerdings nicht gedacht. Vielmehr sollten sie den Reichtum der Kostbarkeit und Schätzen der Herrscher zeigen. München war beispielweise schon im 16. Jahrhundert ein internationales Kunstzentrum. Die bayrischen Herzöge sammelten nicht nur Kunstwerke, sondern auch Automaten, Handwerkesgeräte, Musikinsrumente, Mineralien und Exotika aus fernen Ländern. Das „Grüne Gewölbe“ der Sachsenherrscher in Dresden war im 17. Jahrhundert die wohl größte Schatzkammer Europas. Aus ihr gingen eine Gemäldegalerie, aber auch ein mathematisch-phykalisches Museum sowie ein Museum für Mineralogie hervor.

Von Rembrandt und Picasso bis zu Tapetten (Kassel), von Geräten zur Weinherstelling (Koblenz) bis zu Meteoriten (Marburg), von Mumien aus dem Moor (Schleswig) bis zu optischen Geräten (Oberkochen) oder dem ältesten Wasserzeug der Welt (Bremerhafen)– die Vielfalt der Austellungen scheint unbegrenzt.

Zahlreiche Museen sind im Zweiten weltkrieg zerstört worden und die kriegsschäden sind bis heute noch nicht beseitigt. So dauerte über 30 Jahre, bis die neue Pinakothek in München in gänzlich neuer Gestalt wiederstehen konnte.

Die neue Partnerschaft auch mit den osteuorpäischen Museen dokumentiert sich zum Beispiel darin, dass der Bremer Kunsthalle rund 150 im Zweiten Weltkrieg verschleppte Kunstwerke im März 1993 zurückgeben wurden. Es handelt sich dabei u.a um Grafiken von Düre, Delacroix, Toulouse–Lautrec und Manet.

Traditionelle ebenso wie moderne Museen in Deutschland versuchen heute, Menschen aller Bildungsschichten auf entsprechende Weise zu errreichen. Heute werden Erlebniswelten geschaffen, zu denen Video, Cafeteria und helle Räume gehören. Das Ergebnis: Die Deutschen gehen heute so zwanglos ins Museen wie früher ins Kino. Über 100 Millionen Menschen zieht es für Jahr in die Museen.

Wie früher wirken auch wohlhabende Bürger als Mäzene am Museumsboom mit. Peter Ludwig, ein rheinischer Unternehmer, ist einer der bekanntesten. Er stieft viele moderne Kunstwerke für meist neuerbaute museen. Sein neutes museum ist das „Ludwig-forum in Aachen. In Bonn ist 1992 die „Kunst und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland“eröffnet worden. Ein „Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ ist ebenfalls in Bonn. In Berlin zeigt das „Deutsche Historische Museum“ die gesamte deutsche Geschichte bis zur Gegenwart. Das Deutsche Museum in München zeigt anhand von Originalen und Modellen die Entwicklung der Technik und Naturwissenschaft. Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg beherberget die größte Sammlung zur Geschichte deutscher Kunst und Kultur. Eine wichtige rolle spielen auch Sonderausstellungen der Museen. Beispielweise fanden historische Ausstelungen wie „die Welt der Staufer“ (1977) in Stuttgart oder „Preußen–Versuch einer bilanz“ (1981) und „Jüdische Lebenswelt“ (1991) in Berlin ein großes Echo.

Nach Deutschland kommen auch internationale Wanderausstellungen. Beispielweise die Tutanchamum–Ausstellung oder die Schau „Die Schatz von San Marco in Venedig“. 1993 erlebte die größte Cezanne–Ausstellung aller Zeiten in der Tübigen Kunsthalle einen großen Publikumanstrum. Die Kunst außereuropäischer Länder findet in Deutschland auch großes Interesse. 250000 Besucher lockte die Kölner Ausstellung „Die Frau im alten Ägypten“ an, Aachen präsentierte „Vergessene Städte am Indus“ und in München wurden Dokumente der mongolischen Kultur vorgestellt. Das weltweit größte Festival der modernen Kunst ist die „documenta“ in Kassel, die alle fünf Jahre stattfindet und 1992 mit dem Zahl der Besucher neue Rekorder erzieht.

Об авторе

Натаров Илья

Натаров Илья

Родился 09 апреля 1980 года в городе Баку, в этом же году переехал в Запорожье.
В 2003 году закончил Запорожский Государственный Университет и получил диплом преподавателя немецкого языка и немецкой литературы.

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