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Landeskunde

Vorlesung №2. Exkurs: Die deutsche Universität im 19 Jhr

deutsch

Экскурс: Немецкие университеты в 19 веке

Zu den schönsten Früchten den föderaten Entwicklung Deutschlands seit der Stauferzeit gehört die Vielfalt der höhreren bildungsanstalten, der Universitäten und Hohen Schulen zumal, wie sich seit der Gründung der Wiener (1365) und der Heidelberger Universität (1386) im Reich entfaltete. Schon im Spätermittelalter könnte die Begründung einer Landesuniversität die territorialsttatliche Ausgestaltung von Fürstenherrschaft oder auch stadtbürgerlicher Autonomie. In dichter Folge bemühten sich die Landesherrn aller größeren Territorien im 14. und 15. Jhr um das begehrte päpstliche Universitätsprivileg, so daß zahlreiche Universitäten in Bundesrepublick auf eine mehr als fünfhundertjährige Geschichte zurückblicken. Während neben Heilderberg auch Freiburg im Breisgau (1457 gegründet), Greifswald (1459), Leipzig (1409), Rostok (1419) und Tübingen (1477) ihre Kontinuität bewahren könnten , verschwanden andere spätmittelalterliche Gründungen mit Ende des Heiligen Römische Reichs und wurden erst in diesem Jahrhundert neue eröffnet zum Beispiel Köln (1388-1798, 1919 neu), Mainz (1477-1797, 1946 neu), und Trier(1470-1798,1970 neu) oder Erfurt (1392-1816) und Frakfurt an Oder (1506-1811), die beide erst nach der deutschen Vereinigung 1990 wieder neu begründet wurden. Wie die brandenbeergische Landeshochschule Frankfurt, 1811 an Srelle der neu gegrüdeten Ansitalten in Berlin und Breslau geschlossen, erlebten auch weitere zeiweite berühmte Universitäten ihre Verlegung an einem anderen Ort oder ihre Vereinigung mit einer anderen Hochschule. Das traditionsreiche Wittenberg (1502 gegründet), die Wiege der deutschen Reformation, mußte nach einer langen Phase der Stagnation 1817 die Vereinigung mit Halle hinnehmen. In Bayern war Über Jahrhunderte in Ingolstadt (1472 begründet), die Landesuniversitäten beheimatet bevor nach einem zwischenspiel in Landshut (1800-1826), die Hauptstadt München auch diese Funktion an sich zog. Es ist allerdings beizeichnend für die Traweiteder akademischen Freiheit, daß frühneuzeitliche Universitätsgründungen mit unter nicht in der fürstlichen Residenz, sondern in einer anderen Stadt des Landes erfolgten.Ein wenig wollten sich die Landessherrn damit freilich auch das unrühige Stundentenvolk und die auf Autonomie und Privilegien pochenden Gelehrten von ihren Höfen fernhalten. Kleinere Städte bekammen auf die Weide die Gelegenheit, sich zu profilieren und einen berümten Namem zu gewinnen.So wählte der hesische Landgraf Philipp der Großmütige, einer der ersten fürstlichen Angänger und Förderer von Martin Luther nicht seine Hauptstadt Kassel, sondern Marburg (1527) als Standort für die erste Universitätsgründung des deutschen Protestantismus. Mit dem Marburger Religionsgespräch zwischen Luther und Zwingli (1529) gewannen Stadt und Universität sogleich Ruhm und historische Bedeutung.Die zunehmende Konfessionnalisierung im 16. 17 jhsr noch vielgestaltiger und bunter.auf eine Reihe calvinistischer und lutherischer Hochschugründungen, teiweise in kleinen und abgelegenen Orten wie Helmstedt (1576-1809), Herborn (1684-1817), Rinteln (1621-1809), altdorf bei Nürnberg (1623-1809) oder Duisburg (1655-1818), antwortete der Katholizismus vor allem mit Unterstützung des Jesuitenordens mit einer größeren zahl bon neuen Universitäten in Bischofsstädten zum Beispiel im augsburgischen Dillingen (1551-1804),in Würzburg (1582), Padeborn (1614-1808) und Bamberg (1648-1803).

Mit wenigen Ausnahmung- Giessen, Jena, Würzburg Kiel – haben diese konfessionnell geprägten Universitätsgründung die grosse politische und intellektuelle Zeitenwende, die “Sattelzeit” um 1800 zwischen dem ancien regime und durch die politisce und industriell Doppelrevolution hervorgebrachte Modernisierung des 19. jhrs nicht überlebt. Sie waren längst ausgesetzt von korporativen Ritualen und pedantischen Traditionalismus, litten an zurückgehenden Studentenzahlen und konnten ihre Rolle als Orte zur Bildung und Rekrutierung modernen territoriastaatlilicher Funktionseiten für Kirche und Verwaltung, nur noch mühsam erfülen. Ihre Funktion als Stätten humanistischer oder angewandter Forschung traten sie im 18 Jhr fast ganz an die überall aufblühenden Akadermien der Wissenschaften und zahlreiche Gelehrte oder Gemeinnützungen Geselschaften ab. Dagegen konnten sich die als Reformuniversitäten begründeten und vom Geist der Aufklärung bestimmten Anstalten in Halle (1694) und Göttingen (1736) sowie in weit bescheidenerem Maße-Erlangen (1743) behaupten. Mit herausragenden Lehrern in unterschiedlichen Fächern wurden Halle und Göttingen rasch überregional bekannt. Erstmals seit der Reformation waren deutsche Universitäten durch sie auch international wieder attraktiv geworden. Es wurde modern in Göttingen Lichtenbergs physikalische Vorlesungen und Exprerimente zu besuchen, wahrend auf die kritischen Anmerkunfen, die die Göttinger Historiker und Staatswissenschftler Gatterer und Schlözer in ihren Publikationen der internationalen politik widmeten, in vielen europaischen Kanzlein und Ministerien mit Spannung und Sorge gewartet wurde. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen wird die Bedeutung der progmmatischen Gründung einer zentralen preuzischen Universität in Berlin (1810) erkennbar .In einer Phase tiefer politischer Demütigung und wirtschaftlicher Schwäche nach der militärischen Katostropheim Krieg gegen Napoleon bezeichnete die Universitätsgründung auf kulturell-wissendschaftlichem Sektor ebenso einen grundsätzlichen Neueanfang wie die staatrectlichen und gesellschaftlich-ökonomischen Reformen von Stein und Hardenberg. Dabei griffen Prinzipien der neuehumanistischen Bildungsphilosophie und pragmatisch-politische-Kalküle ineinander. Nach außen verband sich der staatliche Anspruch auf Lenkung der Fakultäten,etwa in der bürokratisch überwachten Berufungspolitik, und die Sicherung einer geregelten öffentlichen Finanzierung mit dem klaren Ziel, hochqualifizierte Fachleute für Bürokratie, Schule und öffentliches Leben auszubilden. Im Gegensatzt zu der im revolutionären und napolionischen Frankreich ein geschlagenen Entwicklung spezialisirter Bildungsstäten mi klarer Berufslenkung (ecoles normales superieures) vertrat Wihelm von humboldt allerdings das Modell einer alle Fakultäten intergrierend Reformuniversität, die gerade das «Brotstudium», das sich ausschließlich auf den einzuschlafenen Beruf konzentriert, ablehrt und verhindern will. Dies ganzheitliche Bildungskonzept, das vom deutschen Idealismus der klassischen Philosophie und Literatur um 1800 bestimmt ist, findet eine seiner schönsten Erklärungen im Aphorismus mi dem Humboldt seinen sogennanten Litauschen Schulplan (1809) auf den Begriff brachte: «Auch Griechisch gelernt zu haben könnte aus diese Weise dem Tischler ebenso wenig unnütz sein ais Tische zu machen dem Gelehrten» [Griese 1961,S 72]. Griechen begeisterung und philologische Fundierung des Studiums definieren zwei bestimmende Elemente der deutschen Universität im 19 Jhr, die sie der Reformphase um 1810 verdrahte. Im Inneren, also im wissenschaftlichen Binnenraum der Universität schaffendie Reformen einen neuen Begriff akademischer Freiheit.Es geht nicht mehrum die Privilegen und altergebrachten Bräuche, die der Universität in der frühneuzeitlichen Ständegesellschaft einen eigenen eng abgegrenzten Sonderraum schufen auch wenn sich manch pittoreskes Element davon etwa ein spezifisches Strafrecht der Dekane und Rektoren an das der bunt bemalte Universitätkarzer in Heidelberg errienertbis ins 20 Jhr bewachte und der Anspruch aus akademische Selbstverwaltung unterstrichen wird. Vielmehr geht um den zuerst intellektuellen dann aber auch sozialen Freiraum der sich im Bildungsanspruch der Universität verwirklicht um selbst gestechten wissenschaftlichen Fragenstellungen nachzugeben, in der Autonomie von Forschung und Lehre im zweckfreien Verband von Gelehrten und Studierenden die für einen bestimten Zeitraum gemeinsamarbeiten.

Der Student ist dabei prinzipiell gleichbrechtigt im wisseschaftlichen Diskurs und soll der Forschungsarbeit beteiligt werden. Den der Professor ist nicht nur Hochschullehrer, sonder vorallem auch akademischer Forscher, der in Publikationen seine Ergebnisse der wissenschftlichen Öffentlichkeit zur Prüfung vorlegt. Methodisch und formal schlißen sich dise Reformgedanken an Innovationen der neuen Universitätdes 18 Jhrs. Im Götingen war die seminaristische Unterrichtform berets lange erprobt und die Universität Halle hätte längst ihre Professoren auch die Publikation ihre Arbeiten verpflictet. Doch wohl rest durch die Verknüpfung dieser Neueregungen mi dem Geist des Neuhumanismus der Bildung als Selbsttätigkeit und Entfaltung der Kräfte versteht erreicht der Reform ein ganz neues Niveau. Natürlich sind auch äußere Umstände für Erfolg der Berliner Universitätsgründung von herausragenden Bedeutung. Der nationalpolitische Überscwang der Befreiungskriege und der militärische Erfolg Preußens im Bündnis mit Rußland, Össterreich und England gegen Napoleon bewesi gleichsam nach außen hin die Richtigkeit des eingeschlagenenWegs und die Eroberungen bzw Rückeroberungen die der Wiener Kongreß bestätig, geben sogleich Möglichkeiten, das Berliner Modell auf die alt-neuen preußischen Universitäten in Breslau (1811), Halle(1817) und Bonn (1818) zu übertragen. Parallelte Reformbemühungen und innere Neuegründungen, teits von Berlin beeinflußt, in jedem Falle beeindruckt erlebten Heildelberg und die bayerischen Universitäten, von denen München bis 1850 was die Studentenzahl anging, durchaus mit Berlin konkurieren konnte. Daneben ist als drittgrößte Universität im ganzen 19 Jgr Leipzig zu nennen, gefolgtvon einer Gruppe ein respekttables Mittelfeld bezeichnen wie Bonn, Breslau, Göttingen, Halle, Heilderberg, Tübingen. Zu den kleinsten Universitäten zählen die am Randedes Reichsgebietsligenden Künstenstädten Rostock, Greifswald, Kiel und Königsberg, auch Grißen, Erlangen und Marburg bleiben noch am Jahrhundertende bei einer Zahl von unteroder an 1000 Studierenden bescheiden.Kurz von Beginn des Ersten Weltkrieges durchbricht plötztlich Freiburg im Breslau, 1871 mit 204 Immatrikulierten noch ausgsprochen winzig die Marke von 3000 Studierenden- konsequente Folge einer Faszination durch herausragende Gelehrte. Auf einmal wird die katholische Schrzwaldstadt zu einem Weltzentrum der Philosophie durch die Neukantianer Windelband und Rickert, später durch den Phänomenlogen Husserl und schließlich durch Martin Heidegger. Der menschliche Faktor. Das vorbild des bedeutenden Forschres uns Lehrers, ist ohnehin das vielleicht entscheidene Element für die oft beschwondere Weltgeltung der deutschen Universitätenzwischen der Mitte des 19 Jhrs und 1933 noch vor der tiefgegründeten Bildungsphilosophie, vor der staatlichen Durchorganisierung und Finanzierung der Hochschulen. Schon der Erfolg der Berliner Universitätzgründung von 1810 war natürlich primär der deutschen Geistes und Wissenschaftgeschichte geschuldet. Die philosophen Fichte und Hegel, der Theologie Schleimachrt die Altphilologen Wolf und Boeck, der Historiker Niebuhr der Rechtlehrer Savigny die Naturforscher Hufeland und Thaer gehörten zu den Professoren der Gründungphase oder wurden bald berufen. Rasch entwickeln sich –die traditionellen Fakultätgrenzen (Philosophie, Medizin, Jura, Theologie) äußerlich bewahrend,innerlich aber hinter sich lassend- Fachdisziplinnen neu wie Germanistick und die übrigen Neuphilologen sowie die naturwissenschaftlichen Fächer. In der organisatorischen Gestalt von Seminaren und Instituten mit eigenen Bibliotheken und Laboren finden sich neue Arbeits und Forschungsformen.

Der im autonomen Rau im der Universität wickender Gelehrte, der sich eigene Forschungsaufgaben stellt und seine Erhebnisse den Fachkollegen vorlegt,der in der Heranbildung Studierenden zu jungen Forschern seine Schule bildet, der schließlich in genialer Virtuosität oder mittels methodischer Strenge dem Forschrittskonzept des 19.Jhr zu immer neuen Belegen verhilft gewinnt ein enormes Prestige. Seine Wirkmächtigkeit im öffentlichen Raum kommt hinzu. Das hohe Ansehen wissenschaftlicher Gelehrsamkeit bewirkt Anteilnahme für politische Bekundigen der Professoren, ebenso wie die Wissenschaftler selbst ihre Verpflichtung zur öffentlichen Bekennerschaftverspüren. Die Protestaktion von sieben Göttinger Professoren die 1837 gegen einen klaren Verfassungsverstoß im Königreich Hannover protestieren und daraufhin ihre Lehrstüle verlieren, zeigt einerseits zwar die enge Unterordnung derUniversitäten unter den staatlichen Dirigismus, auch mochte sich die Göttinger Universität im ganzen kleinewegs dem Protest der Kolegen anschließen. Andererseits fand aber die Bekundung und das Schicksal der “Göttinger Sieben”, -mehrere von ihnen, darunter die Germanisten Jakob und Wilhelm Grimm sogar mußten das Land verlassen- eine außerordentliche Resonanz in Deutschland, die den Anspruch der Wissenschft auf politischen Einfluß unterstrich. Waren es Professoren wieder Gottinger Staatslehrer Dahlman und der Tübinger Philologe Uhland, die den Geidt des Liberalismus von der Universität ins politischeLebentragen wollten, so gingen Studenten voran, um die Idee des Nationalismus zu verbreiten. Die 1815 in Jena begrüdete Allgemeine Deutsche Burschenschaft stelltein ihrer Verfassung 1918 alle landmannschaftlichen Gedanken zurück und erklärt sich zur “Verbindung der gesammten auf den Hochschulen sich bidenen deutschen Jugend […] gegründet aufdas Verhältnis der deutschen Jugend zur werdenden einheit des deutschen Volkes [Görtemaker S 81].

Demonstrative Kundgebungen wie das Wartburgfest am 18. Oktober 1817, an der Jenaer Professoren wie die Naturphilosophen Oken und Fries mitwikten, vor allem aber das Attentat des Burschenschftlers Sand auf den zeiweise in russischen Diensten stehenden Dichter Kotzebue zeigten aber sogleich, bei allem freiheitlich- tvanzipatorischen Anspruch der jungen Nazionalisten die Schattenseite des neuen Ideals. Rückwärtsgewanderter Germanenkult und Antisemitismus schufen Traditionen an der deutschen Universität, die den später reaktionären, autoritären und chauvinistischen Charakter der Burschenschft und der meisten studentischen Bewegungen im Keiserreich in der Weimarer Republick vorewegnahmen.Der von Metternich beherschte Deutsche Bund reagierteauf die nationalen und liberalen Bekundungen mit den Karlsbader Beschlüssenzu denen auch ein Universitätsgesetzt für den Deutschen Bund gehörte das die Burschenschften aufhob. Zensurbestimmungen und schärfte Überwaschungsregeln für Hochschulen festlegte und eine Verfolgung von revolutionären und “demagogischen” Umtrieben ankündigte. Damit wurde die Universität im Vormärz ein politisch umkäpfter Ort. Einen Höhepunkt findet das nationale und liberale Engagement von Professoren und Studenten in der Revolution von 1848-1849, als in der Frankfurter Nationalversamlung zahlreiche bekannte Gelehrte und Universitätsprofessoren an der politischen Umgestaltung Deutshlands mitwirken wollen. Doch markiert dies zugleich einer wende und Kulminationspunkt für die öffentliche Wirksamkeitder deutschen Hochschulehrer. Als “Professorenparlament” bespötet gelinyt es der Nationalversamlunh nicht , die Revolution zu eunem dauerhaften Erfolg zu führen. Wie das Bürgertum sich auf Handel uns Industrie konzentriert auch der Universitätslehrer nun wieder stark in den Bereich fachwissenschftlicher Forschung zurück. Der Qualität empirischer Forschung in den Naturwisenschaften und der Vielgestaltigkeit geisteswissendchftlicher Studien die nun vor allem durch den sich durchsetzenden Historismus der Geschichtwissenschft geprägt werden, tut dieser Rückzug freilichkleinen Abbruch. Im Gegegteil der Weltruhm (Thomas Nipperdey) der Deutschen beruhte im 19 Jhr neben der Musik auf den Leistungen der Wissenschft und zear in ihrer ganzen Breite. Das empirische und realistische Prinzip der Universität.

Reicht von den naturwissenschftlichen Entdeckungen eines Justus von Liebig, Robert Bunsen und Hermann von Helmholtz über medizinische Forschungen von Robert Koch, Emil von Behring oder augusr Bier und mathematischen oder Physikalische Studien die zur Schffung eines neus Weltbilds beitrugen und mit Namen wie Georg Cantor. Heinrich Hretz oder Maz Planck verbunden sind bis zu den sich vielfach ausdifferenzierenden Geisres-Kultur und sozialwissenschften. Erinnert sei hier nur an die großen Historiker des Jahrhunderts wie Leopold von Ranke, Johann Gustav Droysen und Theodor Mommsen, an die neue Grundlegungvolkwirtschftlicher und soziologischer Forschung durch Gustav Schmoller, Werner Sombart und Max Weber an die Begründung der Volkslunde durch Wilhelm Heinrich Riehl und die der kunstgescichte als Wissenschaftliche Disziplin durch August Springer und dann durch Heinrich Wölfin, an hervorragende Philologen wie Ulrich von Wilamowitz-Moellendorf und den Germanisten Wilhelm Scher. Die empirischen uns positivischen Forschugen der zweiten Jahrhunderthälfte belegen: Wissenschft wird wichtig für den Alltag für Lebenswelt und Technik sie wird aber zugleich auch zum professionel betriebenen Spezialstentum. DieUniversität gewinnt dadurch ein neues Selbstbewußtsein als Stätte der Experten aber sie verliehrt langfristig doch damitauch ihre innrere Geschlossenheit zumal auch die neuhumanistische Leitenwisenschaft also die Philosophie zunehmend engen fachwissenschftlichen Fragenstellungen nachgeht und ihre Mittelrolle verliert. Es kommt hinzu daß am Ende des Jahrhundert erstmal so etwas wie eine “Vermassung der Universität”beklagt wird. Halle nach 1850 die stagnation der Studentenzahlen die in der ersten Jahrhunderthälfte kräftig zugenommen hatte einen Rückgang der Attrativität und Bedeutung der Universitäten bezeugt so kehrtes sich im letzten Drittel des 19 Jhrs also nach der Gründung Deutschen Reichs (1871) und in der Phase der Hochindustriasierung um. Die studentenzahlen nehmen zu und vervierfachen sich im Kaiserreich mit einem Wachtum von 18000 (1869) auf 79000 (1914) und auch das Lehrpersonal an den Hochschulen steigt zwischen der Reichgründung und dem Ersten Weltkrieg um mehr Doppelte. Nun drängen Einrichtungen mit einem Stärken berufsspezigischen Bildungsanspruch nach vorne die Polytechnische Lehranstalten die ab 1865 (Karlsruhe) zu Technischen Hochschulen avancierten und im einem längeren Differenzierungprozeßformal mit den Universitäten gleigestellt wurden und endlich 1899-1900 uach das Recht zur Promotion (zum Dr-Ing) erhielten. Durch zahlreiche Neugründungen von technischen Hochschulen u.a in Aachen, Darmstadt und Berlin Charlottenberg befördet der Staat die Ausdiferenzierung ingenieur und naturwissenschftlicher Forschungsstätten. Teileweisesetzt die Bildungsverwaltung gegen den Widerstand der Fakultäten die Begründung von neuen Instituten und die Berufung von bedeutenden Forscher wie emil Behring und Paul Ehrlich durch. Die Begründung von Großforschungseinrichtungen teilwese in Paralle zu den Universitätseinrichtungen wird aber zunehmend auch durch privatwirtschaftliches Engagement befördet so bei der Gründung der Kaiser Wilhelm Gesellschft (1910-1911) die reine Forschungsinstitute bis heute als Max-Planck-Institute weiterlebend- einrichte und ausbaute. Mit der immer stäker gefördeten an anwendungsorientierunfg Forschungen und der immre mehr vom Staat gelenkten Ausbildung von Spezialisten zeichert sich indessen am Ende des 19 Jhrs- allem äußeren Wachtum zum Trotzt- ein innerer Statusverlust der reineren Wissenschaft und der Universität er als Institution ab. “Brotsstudium” und Examenzwang auf der einen Seite der Verlust einer einheitlichen Bildungsidee andererseits der sich aus der zunehmenden Spezialisierung der Wissenschaften fast zwangsläufig ergab führten dazu daß um 1900 ebensj wie im Bereich der Schulbildung uach bei den Universitäten die Rede von Kriese und notwendiger Erneuerung immer lauter wurde.

Gleichwohl im 20 Jhr konnte noch eine reiche Ernte als das große Erbe naturwissenschaftlicher Bildung und Forschung des 19. Jhrs eingefahren werden. Die deutsche Wissenschaft erreichte im internationalen Niveau eine Stellung die nur mit der der USA nach 1945 zu vergleichen ist. Bei aller Fragenwürdigkeit nationaler Statistiken im Wissenschaftsbereich die zahlen bleiben doch eindruckvoll: Bis 1933 erhielten 12 Deutsche bzw in Deutschland Lehrende den Nobelpreis in Physik, 14 deutsche Chemiker wurden ausgezeichnet und auch in der Medizin war die Zahl der deutschen Preisträger mit sechs die größte unter allen Nationen. Nur wenige Namen seien an dieser Stelle ins Gedächtnis gerufen: die Physiker Wilhelm Röntgen, Max Planck und Albert Einstein, die Chemiker Fritz Haber und Carl Bosch die Mediziner und Ärzte Robert Koch und Paul Ehrlich. Sie alle hatten an deutschen Universitäten studiert dort gelehrt oder an Forschungsstäten im Reich gearbeitet. Die Emigration von Einstein und Haber im Jahre 1933 errrinert an den gewaltsam erzwungenen Weggang judischer Wisseschaftler aus Deutschland und damit daran daß mit der natiosozialistischen Machttergreifung auch an der deutschen Universität eine epoche beendet war ohne Zweifel die Zeit ihres größten Ruhms und eines internationalen Glanzes in dem sich manche Hochschulstadt in Deutschland bis heute sonst.

gekürtzt aus dem Artikel von Frank Hoffman

nach dem Buch «Deutschland. Streifzüge durch Kultur

S.42-50.

Об авторе

Натаров Илья

Натаров Илья

Родился 09 апреля 1980 года в городе Баку, в этом же году переехал в Запорожье.
В 2003 году закончил Запорожский Государственный Университет и получил диплом преподавателя немецкого языка и немецкой литературы.

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