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Landeskunde

Vorlesung №3. Exkurs: Pädagogische Konzepte und Reformen in der Zeiten von 1890 bis 1933

deutsch

Экскурс: Педагогические концепты и реформы от 1890 до 1933

Natuwissenschaften und Technick bestimmen in der zweiten Hälfte des 19 Jhrs den Prozeß der Industrialisierung und Modernisierung. Maschinenwesen, Eisenbahn und Schiffverkehr hatten in wenigen Jahreszeiten die Arbeits und Lebensformen so sehr verändert, daß auch Erziehung und Schule auf die Anforderungen der modernen Welt antworten mußten. Den letzten Anstoß dazu gaben die bedeutenden technologischen Innovationen in den Bereichen Physick und Chemie, die Entdeckungen in Biologie und Medizin nicht zuletztaber die grundlegenden Erkenntnisse in der Psychlogie und Tiefenpsychlogie. Wissenschftliche und ökonomische Interessen forderten zielbewußte Fachqualifikation und möglichst hohe Leistung in Fabrik, Büro und Labor. Die Schule folgte den Anforderungen der Leistungsgesellschft mit der Beforzugung der Realienfächer und einer fortschreitenden Differezierung. Basis blieb die achtjährige Volksschule mit wechselden Übergangsmöglichkeiten zur Berufsschule und zur Handelsschule weniger zur Mittelschule zur Oberrealschule zum Realgymnasium zum Humanisitschen Gymnasium. Zwar gab es in den deutschen Ländern manche Unterschiende aber diese Gliederung und Stufung des Schulwesens setzte sich bis 1933 fast übeall durch.Gegen das Leistungsideal und die wachsende Dominanz der Naturwissenschften und Technologen gab seit 1890 die Reformbewegung dem Schulleben neue und andere Impulsedie durch die Kinder und Jugendpsychlogie und durch die Tendenzen der deutschen Jugendbewegung mitgesteuert, unterstützt oder gefördet werden. Auf den einscheidenden Wandeln der Lebens und Arbeitsverhaltnissebeginnt man in Deutschland um 1900 mit einer «expansiven Pädagogisierung des gesellschftlichen Lebens» (Tenorth) zu reagieren. Reformpädagogik will das Schulleben und den Unterricht mit ganz neuen Lern und Arbeitsformen völlig umgestalten. Verworfen wird die autoritäre Lern Drill Buch und Leistungsschule, problematisiert wird der Zwang zu rascher Fachqualifikation unter dem Diktat der Realien.

Auf der Basis der neuen Erkenntnisse von der psyche des Kindes und des Jugendlichen setzen nach und nach die Prinzipien der freien Entwicklunf des Wachsenlassens und der Selbsttätigkeit durch Rousseau wird als Prophet einer kindgemäßen Erziehung neue entdeckt und diese Grundsetzte lenken nun alles pädägogischen Wirken und die Arbeit in der Schule unabhängig vom Schulwesen. Bei den Versuchen der Umgestaltung sind die deutschen Pädägogen nicht nur von Nietzsches Bildungskritikinspiriert sondern auch von dem populären Buch August Julius Langbehns «Rebrandt als Erzieher(1889)und von den kunst pädägogischen Aktivitäten die Ferdinand Avenarius und Alfred Lichtwark etwa gleichzeitif zu entfalten beginnen. Langbehn proklamierte einen ideologischen Irrationalismus gegegn Maschine und Technik, eine Erneuerung von inen aus dem Geist der Kunst Avenarius und Lichtwark konzentrierten sich auf die praktischen Aufgaben der Kunsterziehunh für alle Schichter der Gesellschaft. Avenarius gründete die Zeitschrift Kunstwart (1887) Lichtwark Direktor der Hamburger Kunsthalle gründete 1896 die Lehrervereinigung zur Pflege der künstlichen Bildung in der Schule und innitierte die Kunsterziehungstage in Dresden (1901),Weimar (1903) und Hamburg (1905). Aufgeschlossen heit für Kunst und schöpferisches Tun werden yum leitenden Erziehungsziel wobei alle Arten des Handwerks im Sinn eines kunsthandwerklichen Schaffens einbezogen sind.Die erste Tagung befaßte sich mit bidenden Kunst mit Zeichen Schreibkunst Handfertigkeit Wandschmuck und Bilderbuch, die zweite Tagung mit Sprache und Literatur, die dritte mit Musik Gymnastik und Tanz. Die Kunsterziehungsidee mit der These, daß das Kind von Natur aus wesentlich schöpferisch sei. ( C. Götze Das Kind als Künstler) wikrt mit sich ausbreitendem Schwung bis 1914 und geht dann ein in die Reformbestebungen nach 1920 und 1945.

Durch Jugendbewegung Jugendstil erhält die Kunsterziehungspädagogik mannigfache Unterstützung. In der Jugendbewegung artikuliert sich ein starkes Selbbewußtsein der jungen Generation, die aus dem Zwange der industrielen und technischen Welt sich mit Formen des einfachen naturnahen Lebens der Gemeischftskultur des Wanderns d3es Singens und Musizirens und des Lainspils befreien möchte. Im Jugendstill gewinnt das Kunsthandewrk eine herausragende Bedeutung mit Gerät-Geschirr und Möbelgestaltung mit Teppich und Tapetenkunst Buchkunst und der Schreibkultur. Fast gleichzeitig mit der Kulturerziehungsbewegung bildeten sich um 1900 andere Richtungen der Reform in Schule und Erziehung die sich freilich nur partiell befruchten und verbanden nicht selten sogar befehdeten. Die Schewdin Ellen Key proklamiert in ihrem Buch Das Jahrhundert des Kindes (1900) das mit 14 Auflagen innerhalb von sech Jahren zum Bestseller der Fachliteratur wurde eine radikale „Pädagogik vom Kinde aus“. Des Kindes wahre und unverdorbene Menschlichkeit verlange vom Erzihre zuallerst Ehrfurcht indem er die Natur im Kinde sich ruhig undlangsam selbst etfalten lasse und vor allem dafür Sorgetrage, daß die umgebenden Verhältnisse dennatürlichen Entwicklungsprozeß unterstützten. Harte Kritik an der Gesellschaft und andem allein an der Leistung orientierten Schulwesen fühten zu einer revolutionären Verwerfung aller Pläne und Unterrichtprogramme. Auch die Klasseneinleitung sollte aufgehoben die Schularbeitspflicht abgeschaft werden. In der Praxis führten konsequente versuchte solcher Art zu einem anarchischen Kampf der Kinder ums Dasein. Dennoch zeigte Ellen Keys verherlichung des Kindes eine große Zahl von reformirischen Schulversuchen und sie beflügelte die Forschungen der Kinder und Jugendpsychlogie so durch die Grunduny des Deutschen Vereins für Kinderpsychologie (Hamburg 1897).

Tonangebend waren zunächst die Hamburger Lehrer Wolfgang Gläser und Lottig die dem Anspruch und dem Vermögen des Kindes in neuen Schulformen und Unterrichtsstoffen zu entsprechen suchten. Doch der erfolgreichste Pädagoge und Schulreformer war Berthold Otto. Er ging bei allen Überlegungen von der Sprache und vom Sprechen des Kindes aus und versuchte in „freien Unterrichtgespräch den natürlichen Erkenntnisbetrieb des Kindes zu stärken und zu strengern. Ein „Gesamtunterricht solten alle Schulfächer verbinden und zu einer Erfahrungs und Lerneinheiten machen in welcher die Lust zum Gespräch mit dem Lehrer sich immer neu entfachte.Natürliche Lernverfahren in der Familie und im Spielmilieu solten in der Schule weitegeführt und behutsam erweitert und gelenkt werden. Die Bindung an das familiare Milie und die bewußte Förderung der Ausdrucks und Kommunikationsleistungs bewahrten die Idee des “Gesammtunterrichts” von den sentimentaten und subjektivischen Irrwegen der mitreißenden Ideale von Ellen Key. Auch die Pädagogen Heinrich Scharrelmann ( im Rahmen des Alltags 1905) und Fritz Ganzberg (Der freie Aufsatzt 1914) gelangen mit den Prizip einer Pädagogik vom Kinde aus in Literatur und Aufsatz unterrichtt zu konkreten lange Zeit fortwirkendenden Programmen die im Konzept des “freien Schulaufsatzes kulminieren. Ähnlich wie in der Kunsterziehungbewegung sollen die Schöpferischen Kräfte im Kinde durch schriftliches sprachliches Gestalten ohne thematische Zwänge geweckt werden, wobei die Eingebung des Augenbicks Gewicht gewinne und eine impressionistische Produktionsfreude sich ungehemmt durchsetzen soll. Inspiriert von Rousseau und Fichte von Zivilisationspraktik und Lebensreformgedanken begründet Herman Lietz 1898 ein erstes “Landerziehungsheim beim Ilsenburg dem sehr bald weitere Gründungen im verschiedenen Regionen Deutschland folgten. Formen des englisches Internats wirkten dabei als Vorbild. Es ging Lietz um einen Ort fern vom Verkehr und von den Gefahren der Stadt, so daß die Schule für die Schüler eine Lebensgemeischaft natürlicher Art bildet, die Lernen und Spiel gleichermaßen fördete. Eine einfache und gesundte Lebensweise und körpreliche Bewegung und Betätigung besitmmen das Schuleben aus dem der intellektualische historisierende und toten Wissensstof vermittelnde Unterricht verbannt wird. Lietz will nicht nur die Schule, sondern auch das Leben reformieren.Es feht ihm in der erliehung um eine Lumane und sittlicheHaltung um die Selbsterziehung der Schuler um freundlichen Umgang mit den Lehren und um einen neuen Lebensstill, Landluft, Landarbeit und Landwerkliches Tun gelten Lietz als Lebens und Erziehungsmächte.

Im Unterricht, der auf den Vormittag beschränkt ist dominieren deutschkunliche und künstleriche Fächer. Der Nachmittag ist dem Spielen und dem Sport der Gärtnerei und dem Handwerk vorbereiten. Man lebt mit einem Erzieher famielemmäßig in Gruppen mit jeweils fünf bis zwölf Schülern zusammen.Als Gegenkräfte der Menschenbildung gelten Alkoholismus,Sexualismus und Mammonismus.Gemeinsame Mahlzeiten, Fahrten und „Familienabende“ sollen die soziale Bildung und die Persönlichentwicklung fördern. Daneben gibt es die besinnliche Abendsstunde für alle mit Vorlesen, Vortrag oder Musizieren. Durch eine Gliederung der Heime nach Altersstuffen will Lietz die Tyrannei der älteren Schüler über die kleinen ausschalten: das Unterstuffenheim faßt Schüler von 7 bis 12 zusammen, das Mittelstuffenheim umfaßt die 12-15 jährigen, die Oberstuffeheime sind für die 15-18 jährigen gedacht. Lebensreformerisch sind die Waschungen mit kaltem Wasser, Frühsport, rhythmische Gymnastik, Haferflocken, Schwarzbrot, Gemüse und Obst dazu Geselligkeits und Festbräuche. Aus dem Verband der Landschulheime gliedert sich Gustav Wyneken mit der Gründung der „Freien Schulgemeinde Wickerdorf“ (1906) aus. In seiner Gmeinde setzte sich der prophetische und frühexpressionistische Gedanke einer Menschhitsverjugung durch wobei die Forme des Umganges sehr viel freier waren als in den Heimen von Litz. Jugendkultur solte Menschheitskultur werden. Martin Luserke, aus diesem Umkreis kommend gründet die Laeienspielbewegung Paul Gehelb die berühmte „Odenwaldschule“ bei Heppenheim an der Bergstrasse in welcher Koedukazion und Mehrheitsbeschlüsse der Schulgemeinde das Leben und lernen steuern. Eine vierte Richtung der Reformbewegung ist Georg Kerschensteiners Arbeitsschule die eine weiterchende und auch in den zwanziger Jahren anhaltende Wirkung entfaltete. Kerschensteiner ist in erster Linie Schulpraktiker, der erst als Professor ein pädagogisches Theorikonzept vorlegt. Kerschensteiners Schulreformmirische Absichten:

  1. Menschenbildung soll zunächst einmal durch Handarbeit erfolgen
  2. Berufliche Bildung und Menschenbildung sollen wieder zusammengeführt werden
  3. Kerschensteiner entwirft eine Schureform und Schulgemeinschaft der sozialen und staatsburgerlichen Verantwortung
  4. Bildung soll durch Formen des selbständigen Erarbeitens erfolgen

Die allgemeine Berufsschule, die sich an die Volksschule anschließt ist vor allem der Ort an dem Kerschensteiner seine Idee zu verwirklichen trachtet. Doch auch in allen Schuarten wird der Arbeitsschulgedanke nach und nach wirksam durch einrichtung von praktischen Arbeitstäten aller Art: Küchen Werkstäten Schulgärten Laboratorien. Immer sollen mit den geistigen und moralichen Fähigkeiten entwickelt werden. Im Sinn der Zeit legt er großen Wert auf den naturwissenschaftlichen-technischen Unterricht. Spontaneität der Schüler und eine neue Arbeitsgesinnung sollen Erfolg der Methoden selbständigen Erarbeitens sichern. Zusammengefaßt hat Kerschensteiner seine Hauptgedanken erst spät im dem Buch „Theorie der Bildung“.

Innerhalb der Arbeitsschulbewegung beschreitet Hugo Gaudig einen eigenen Weg, indem er der manuellen Arbeit einen bescheidenen Platz zu weist und sogar die Befürchtung ausspricht man könne den rechten Arbeitsschulgeist aus der Schule „hinaushandwerkern“. Im Zentrum der pädagogischen Bemühungen von Gaudi steht die Förderungen der geistigen und intellektuellen Fähigkeiten aber nicht durch Lehrervortrag und Auswendigslernen, sondern durch selständige Formen und Methoden der Erarbeitungs die fachspezifisch in einer Didaktik zu erproben und zu entwickeln sind. Selbständig ist der Schüler bei der Zielsetzung der Arbeit, bei Planen und Ordnen des Arbeitsganges, bei Kontrolle und Korrektur. Von der Schule und vom Lehre wird eine Einführung in die Arbeitstechniken gefordet. Dabei wird die Rolle des Lehrers neu definiert als Organisator des freien kindlichen Schaffens. Bemühungen mit den Vorleicht zu erkennen. So ergab es sich, daß die verschidenen Richtungen der Reformbewegung der zwanziger Jahre oftmals sich kreuzten, vereinigten oder zusammenfanden. Bis zum Jahr 1933 hielt die lebendige Schuldiskussion an und sie gewann durch den neuen Rang der Pädagogik auch Wirkung in Universität, Hochschule und Akademien. Für die pädagogische Arbeit in der Kindergärten in der Grundschule und Sonderschulefür minderbegabte oder behinderte Kinder wurden die Bestrebungen von Maria Montessori wirksam, die durch Beschäftigungs und Spielmaterial aller Sinnorgane und die körperliche Entwicklung zu fördern vermag. Peter Petersen gründet 1923 in Jena eine Universitäts-Übungsschule, die bei der Schularbeit und Bildung der Schulgemeinschft die Eltern einbezieht. Modell wird der Jena-Plan der insbesondere Gedanken von Lietz weiterentwickelt. Bis heute hat die antroposophische Pädagogik Rudolf Steiners eine große Bedeutung die zur Gründung einer Vielzahl von Waldorf-Schulen geführt hat. Noch jetzt ist die Zentralschule in Stuttgart, die auch Lenkungsfunktionen hat.Grundlegend ist Steiners Buch „Die Erziehung des Kindes vom Standpunkt der Geisteswissenschft“ (1907) und seine Lehre von den Entwicklungsstufen des Kindes. Auch in der Waldorf-Schule hat Kunst und Handwerkerziehung einen bedeutend Platz, Eurythmie führt zur harmonischen Körperbewegung und zum gestaltenden Sprechen im sinn gabzheitlicher Menschenbildung. Waldorf-Schule umfassen einen Zeitraum von 12 Jahern bevorzugen die Edukation und kennen kein Sitzenbleiben. Das geistige Leben im Raum der Schule umfasst mit den Lehrenn und Schülern auch Eltern und den lokalen anthroposophischen Freudeskreis mit Experten aus vielen Wissenschafts und Arbeitsgebieten. Waches Bewußtseien intuitive Schau und seeliche Selbständigkeit sind Ziele der ganzheitlichen Bildung. Goethe, Novalis und Christian Morgenstern geben Leirlinien des Denkens und Tuns.

gekürtzt aus dem Artikel von Paul Gerhard Klussman

nach dem Buch «Deutschland. Streifzüge durch Kultur“

S.59-64.

Об авторе

Натаров Илья

Натаров Илья

Родился 09 апреля 1980 года в городе Баку, в этом же году переехал в Запорожье.
В 2003 году закончил Запорожский Государственный Университет и получил диплом преподавателя немецкого языка и немецкой литературы.

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